Ellwangen haut in die Tasten

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Florian Hägele hat die Aktion initiiert und gibt bei der Einweihung gleich ein kleines Konzert.
Julia Münz

„Spiel mit mir! Ellwanger Stadtklaviere“ – so lautet der Slogan der neuen Sommeraktion der Stadt und des Vereins Pro Ellwangen. In der Ellwanger Innenstadt stehen ab sofort drei Klaviere, die zum Spielen einladen. Egal, ob Klein oder Groß, ob Hobbymusiker oder Laie: Die Klaviere sind für alle da.

Die Idee der Aktion stammt von Florian Hägele, einem Gmünder Musiker und Mitglied des Vereins Pro Ellwangen. Inspiriert wurde er auf einer Reise nach London, bei der er das musikalische Schauspiel erstmals bestaunte. Für ihn selbst geht mit der Umsetzung ein kleiner Traum in Erfüllung: Musik, die eine Stadt verbindet. In Kooperation mit Pro Ellwangen wurde das Projekt nach vier Wochen verwirklicht. Der Grundgedanke ist es, die Stadt mit Live-Musik zu beleben und die Menschen in Kontakt zu bringen. Die Instrumente bieten unerfahrenen Musikern die Möglichkeit, sich selbst daran zu versuchen, sowie unbekannten Talenten die Chance, entdeckt zu werden. „Bei dem Spielen auf den Klavieren kann man nichts falsch machen“, betont der Musiker.

OB Dambacher hält sich mit Kostprobe noch zurück

Drei Klaviere schmücken nun die Ellwanger Innenstadt. Eines der Klaviere steht am Marktplatz, ein weiteres am Palais Adelmann und eines in der Marienstraße. Auf den Pianos darf täglich von 10 bis 22 Uhr gespielt werden. Danach gilt die Nachtruhe. Um die Instrumente vor dem Wetter zu schützen, sind sie mit Planen bedeckt. Darauf befindet sich ein Hinweis zu den Spielzeiten sowie zum schonenden Umgang mit den Pianos. Die gebrauchten Instrumente wurden von privaten Haushalten gespendet. Auf diese Weise wurde den Instrumenten noch eine Chance gegeben, den Menschen Freude zu bereiten.

Jedes der Instrumente hat einen einzigartigen Klang. Citymanagerin Verena Kiedaisch, die auch die Geschäftsstelle von Pro Ellwangen leitet, war von der Idee sofort überzeugt. Auch sie würde sich freuen, wenn das Angebot die Stadt begeistere und von den Ellwangern zahlreich angenommen würde.

Aufgrund der Witterung ist es noch unklar, wie lange die Klaviere funktionsfähig sind. Die Veranstalter würden sich wünschen, dass die Klaviere zumindest den Sommer über halten. Danach würde man weiter sehen. Auch Oberbürgermeister Michael Dambacher ist gespannt, wie die Aktion bei den Ellwangern ankommt. Er bezeichnet die Initiative als ein „interessantes Projekt“. Er selbst habe früher Keyboard und Akkordeon gespielt. Eine Kostprobe gab er nicht. „ Ich werde den Sommer über wohl noch ein bisschen üben müssen, bevor ich hier etwas vorspielen kann“, schmunzelte er.

Auch ohne Publikum können Klavierspieler die Menschen an der Aktion teilhaben lassen. In der Facebook-Gruppe „Ellwanger Stadtklaviere“ kann jeder Bilder und Videos von seinem ganz persönlichen Konzert hochladen.

„Es ist eine Aktion, von der die Stadt nur profitieren kann“, sagt Kulturamtsleiter Anselm Grupp. Fasziniert von der Idee, ist er davon überzeugt, dass dadurch die Spontanität gefördert wird und sich die Menschen durch Musik gegenseitig näher kommen. Das Projekt sorgt also schon beim Start für positive Stimmung – und wer weiß, vielleicht lässt sich dadurch noch das ein oder andere Talent entdecken.

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