Elektroinstallateur zieht Einspruch zurück

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Wegen fahrlässiger Brandstiftung hat sich ein Elektroinstallateur vor dem Ellwanger Amtsgericht verantworten müssen. Verhandelt wurde wegen des Einspruchs des Beschuldigten gegen einen Strafbefehl in Höhe von 20 Tagessätzen zu je 50 Euro, den der Beschuldigte nicht akzeptieren wollte.

Vor drei Jahren, im Mai 2010 installierte der Elektriker eine Photovoltaik Anlage auf das Dach eines landwirtschaftlichen Gebäudes in Rindelbach. Die Zuleitung zu den Modulen auf dem Dach verlegte er innerhalb des Daches ohne besondere Schutzvorrichtung. Die einschlägigen VDE-Vorschriften besagen jedoch, so der Gutachter in der Hauptverhandlung – dass offen verlegte elektrische Leitungen in landwirtschaftlich genutzten Betriebsstätten nur mit einem besonderen Schutz gegen Tierverbiss – dabei denkt man hauptsächlich an Nagetiere – verlegt werden dürfen. Es kam wie es kommen musste. An einem Nachmittag im Januar 2011 brach im Dachstuhl des Gebäudes ein Brand aus, der zum Glück sofort bemerkt und von der Feuerwehr gelöscht werden konnte. Die Schadenshöhe betrug lediglich etwa 500 Euro. Der Brandsachverständige stellte fest, dass die Zuleitung zu den Dachmodulen der Photovoltaik-Anlage angenagt war, dadurch entstand ein Kurzschluss, der durch einen entsprechenden Lichtbogen den Brand auslöste.

Der Beschuldigte und sein Verteidiger hatten sich bei mehreren Verhandlungstagen in der Vergangenheit darauf berufen, dass die Anlage von einem bei der ODR zugelassenen Elektromeister abgenommen worden war. Diese Abnahme, so der Sachverständige in der gestrigen Verhandlung, entbinde den ausführenden Installateur jedoch nicht von der Pflicht, die einschlägigen VDE-Vorschriften zu beachten und einzuhalten.

Richter hat wenig Verständnis

Amtsgerichtsdirektor Frank Heyer und Staatsanwalt Laiolo hatten denn auch wenig Verständnis für den Einspruch gegen einen Strafbefehl, der ohnehin an der unteren Grenze des Möglichen gelegen habe und gaben dem Angeklagten die Chance, den Einspruch noch „rechtzeitig“ vor der Vernehmung der geladenen Zeugen zurückzuziehen.

Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt wurde der Einspruch zurückgezogen, wobei man das Gefühl hatte, dass der Beschuldigte seinen Verteidiger zur Zurücknahme des Einspruchs „überreden“ musste. Damit wurde der Strafbefehl in Höhe von 1000 Euro rechtskräftig.

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