Ein Blick auf die Mode der Völkerwanderungszeit

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 Die Besucher des Alamannenforums erhielten Einblicke in die Spinn- und Webtechniken dieser Zeit.
Die Besucher des Alamannenforums erhielten Einblicke in die Spinn- und Webtechniken dieser Zeit. (Foto: Daniela Bittner)
Daniela Bittner

Beim mittlerweile fünften Alamannenforum in Ellwangen hat die Textilerzeugung an der Schwelle von der Antike zum Mittelalter im Mittelpunkt gestanden. Durch Vorträge und spezielle Führungen haben die Mitwirkenden den Besuchern des Alamannenmuseums diesen Aspekt des Alltagslebens der Völkerwanderungszeit nahe gebracht

Die Darsteller des Museums stellten Spinnen, Weben, Nadelbinden, Färben und Brettchenweben vor und erklärten den interessierten Besuchern aller Altersklassen gern, wie die jeweilige Technik funktioniert. Dass die Germanen und Alamannen keine Barbaren waren, sondern bereits bunte Stoffe mit Naturfarben herstellten, das konnten die Gäste anhand der ausgestellten Werke bewundern.

Das Spinnen und Weben im Reich der Märchen und Mythen

Jürgen Heinritz entführte die Gäste in die Welt der Märchen und Mythologie und erzählte von der Bedeutung von Spinnen und Weben in diesen Geschichten. Zu den bekanntesten Geschichten zählt hier sicherlich „Frau Holle“. Als biografischer Führer in der Kleidung eines alamannischen Gefolgschaftsherrs aus dem sechsten Jahrhundert führte Heinritz anschließend die Gäste durch das Museum. Er erklärte den Gästen den Weg der Kleidung vom Schaf, das die Wolle lieferte, bis zum fertigen Kleidungsstück.

Aber das Thema Kleidung wurde noch weitergeführt. Die Sonderausstellung der Schüler des Peutinger-Gymnasiums zu den Römern war extra noch verlängert worden. Andreas Schaaf führte durch die Ausstellung und hatte viele Kleidungsstücke aus der Zeit der Römer dabei.

Anprobe mit Kleidungsstücken aus der Zeit der Römer

Verschiedene Schuhe und auch Oberbekleidungen führte er vor, teilweise durften die Gäste in die Kleidung schlüpfen. Als besonderes Bonbon zeigte Schaaf den Gästen eine kleine Münze aus der Römerzeit. Diese soll überleiten in die nächste Sonderausstellung des Museums, „Der Münzschatz von Ellwangen“, der vom 9. November 2019 bis 19. Januar 2020 im Museum zu bewundern sein wird.

Museumsleiter Andreas Gut und Jürgen Heinritz als Mitorganisator zeigten sich begeistert über den Erfolg des diesjährigen Alamannenforums. Das Thema Textilien habe wohl bei den Gästen großes Interesse gefunden. Das freut Gut und Heinritz um so mehr, weil eine Sonderausstellung zum Thema in absehbarer Zeit folgen soll.

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