Ehemaliger Landtagsabgeordneter Eugen Volz ist tot

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 Dr. Eugen Volz (links) ist tot. Das Foto zeigt ihn bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Ellwangen im Jahr 2012 durch
Dr. Eugen Volz (links) ist tot. Das Foto zeigt ihn bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Ellwangen im Jahr 2012 durch Oberbürgermeister Karl Hilsenbek. (Foto: Archiv- Thomas Siedler)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Dr. Eugen Volz ist tot. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete und Staatssekretär im baden-württembergischen Justiz- und im Finanzministerium ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Requiem und Aussegnung sind am Donnerstag, 23. Mai, in der Basilika.

Volz wurde in Tübingen geboren und zog 1972 zum ersten Mal als CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis Aalen-Ellwangen in den Stuttgarter Landtag ein. Er machte seine politische Karriere in unruhigen Zeiten. Ministerpräsident Lothar Späth holte ihn 1978, nach den Selbstmorden der Rote-Armee-Fraktion-Terroristen Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, als Staatssekretär ins Justizministerium.

Hungerstreik gegen Zwangsernährung 

Zuvor war er Sprecher der CDU im Untersuchungsausschuss gewesen und hatte den Abschlussbericht über die Vorgänge im Hochsicherheitstrakt von Stuttgart-Stammheim verfasst. Volz lehnte bei den Hungerstreiks der Terroristen jede Art von Zwangsernährung ab. Er und seine Familie wurden aus Sicherheitsgründen über Jahre hinweg unter Polizeischutz gestellt.

Bei der Verleihung der Konrad-Adenauer-Medaille würdigte ihn sein Parteifreund Gustav Wabro als einen Mann, der tief im christlichen Glauben verwurzelt sei und der seine schwäbische Heimat liebe. In der Bader-Meinhof-Zeit sei er zu einem Vorkämpfer für die Demokratie geworden.

1988 wechselte Volz als Staatssekretär ins Finanzministerium, wo er sich bis 1992 mit großem Eifer für die staatlichen Schlösser, Gärten und Museen einsetzte, was seinen kulturellen Neigungen entgegenkam. Danach war der begeisterte Golfer Präsident der Landesanstalt für Kommunikation. Auch Niederlagen musste Volz in seiner politischen Karriere einstecken, so als er 1975 für die CDU bei der Aalener Oberbürgermeisterwahl kandidierte, und der SPD-Mann Ulrich Pfeifle den Sieg davon trug.

Volz wurde als Sohn eines Lehrers geboren und machte 1952 in Bad Mergentheim sein Abitur. Nach Ellwangen kam die Familie 1954, weil der Vater dort Oberstudiendirektor wurde. Volz und sein jüngerer Bruder Bernhard waren schon früh politisch aktiv, sie traten 1950 in die Junge Union ein.

Auch im Ruhestand an Politik und Kultur interessiert

Volz war ein „homo politicus“ und ein leidenschaftlicher Christdemokrat. Obwohl seit Jahren gesundheitlich angeschlagen, interessierte sich der gebürtige Tübinger auch im Ruhestand für die Politik, für den Ostalbkreis und für seine Heimat Ellwangen.

Hier engagierte er sich in vielen Vereinen. Volz war unter anderem Vorsitzender des Vereins Wagnershof, des Fördervereins Alamannenmuseum, Bezirksbeauftragter des Malteser Hilfsdiensts, Mitglied des Kuratoriums der Musikschulakademie Schloss Kapfenburg und Deutschherrenmeister der Familiaren des Deutschen Ordens.

Auf der Ostalb engagierte er sich für die Internationale Musikschulakademie Schloss Kapfenburg und das Kloster Neresheim. Zu seinen vielen Auszeichnungen zählen die Bürgermedaille in Gold der Stadt Ellwangen, das Große Bundesverdienstkreuz und die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und die Konrad-Adenauer-Medaille in Silber.

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