Freier Mitarbeiter

Die Eggenroter können sich über ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk freuen, denn ein lang gehegter Wunsch ist endlich in Erfüllung gegangen: Der neue Aufzug am Dorfgemeinschaftshaus wurde am Freitagvormittag offiziell in Betrieb genommen. Damit können künftig auch Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren und Kinder im Kinderwagen zu den Veranstaltungen im Dorfhaus kommen.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek freute sich, dass damit im Dorfhaus und im angrenzenden Kindergarten Barrierefreiheit geschaffen wurde, und sprach von einem Mehrwert. Dabei verhehlte er nicht die „heftige Vorgeschichte“, denn der Aufzug sollte bereits im Haushalt 2016 finanziert sein. „Es ist so, der Aufzug läuft, und das ist das Entscheidende“, sagte er. Der OB lobte das ehrenamtliche Engagement mit bislang über 880 Stunden Eigenleistung allein für den Umbau am Dorfhaus.

Rund 400 Stunden an Eigenleistung der Feuerwehr kommen noch für die inzwischen ebenfalls fertiggestellte, rund 40 000 Euro teure Garage am Eggenroter Feuerwehrhaus hinzu. In dieser Großgarage, die in der Zeit von April bis Juni gebaut wurde, ist Platz für das zweite Eggenroter Feuerwehrauto, einem kleineren Mannschaftstransportwagen. „Das ist einfach gigantisch, das ist wirklich phänomenal“, dankte der OB für das „großartige Engagement“. Die Gestaltung der Außenanlagen und die Pflasterarbeiten um das Dorfhaus stehen noch aus.

Schiele kommt auf Krücken

„Es war ein Projekt, das wir komplett planungstechnisch über unser Stadtplanungsamt gemacht haben“, sagte Bürgermeister Volker Grab und freute sich darüber, „wie das Stadtbauamt Gas gegeben hat“. Mit den Arbeiten für den Aufzug wurde im Juni begonnen.

Schrezheims Ortsvorsteher Albert Schiele kam zur Inbetriebnahme des Aufzugs symbolisch mit zwei Krücken. Die hatte er nach seiner Knie-Operation vor sechs Wochen und in der anschließenden Reha in Bad Saulgau bitter nötig. Schiele zeigte sich stolz, dass es nun mit dem Aufzug im Dorfhaus und mit dem Anbau an das Feuerwehrhaus geklappt hat, und über die Eigenleistungen. Kapo Stefan Brenner lobte er als Fachmann, Martin Gantner, neuer Vorsitzender der Interessengemeinschaft Eggenroter Vereine, als Motor und den stellvertretenden Ortsvorsteher Günther Herschlein als Initiator. Schiele erinnerte an die „schwere Geburt“ des Aufzugs während der letzten vier Jahre: „Der Vater des Aufzugs ist der Ortschaftsrat, die Mutter ist der Gemeinderat, der hat das Geld bereitgestellt.“

Der Abteilungskommandant der Feuerwehrabteilung Eggenrot und Vorsitzende der Interessengemeinschaft Eggenroter Vereine, Martin Gantner, bedankte sich nicht nur für die Eigenleistungen, sondern auch für das kostenlos zur Verfügung gestellte Arbeitsgerät, die Fahrzeuge und Maschinen. Auch die Kindergarteneltern hätten mit angepackt.

Die Leiterin des Stadtbauamts, Elisabeth Balk, bezifferte die Gesamtkosten für die Baumaßnahme an Dorfhaus und Kindergarten auf rund 300 000 Euro. Davon entfallen ungefähr 100 000 Euro allein auf den für acht Personen ausgerichteten Aufzug, der Rest auf die Umgestaltung des Foyers, die neuen Hausanschlüsse und die neuen Toiletten im Kindergarten. Es sei das erste Mal, dass das Stadtbauamt komplett geplant habe, vom Entwurf bis zum Abschluss, dankte sie ihren Kollegen.

Eigenleistungen waren ein „erheblicher Kraftakt“

Die Eigenleistungen bezeichnete sie als „einen erheblichen Kraftakt“. Balks Kollege, Manfred Seifert, dankte dem Eggenroter Kindergarten, der während der Bauzeit Dreck und Lärm ertragen musste.

„Es ist mehr als schön geworden“, meinte der stellvertretende Ortsvorsteher und inzwischen ehemalige Vorsitzende der Interessengemeinschaft Eggenroter Vereine (IEV), Günther Herschlein, zum Ergebnis der Baumaßnahme. Beim letzten Umbau, vor mehr als 20 Jahren, sei jedoch die Bereitschaft zur Eigenleistung größer gewesen. Kindergartenleiterin Julia Erhard freute sich insbesondere über die neuen Toiletten im Kindergarten und natürlich darüber, dass auch der Kindergartenbereich einen Zugang zum Aufzug hat.

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