EATA wird an der „Reinhardtstraße“ liegen

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Das Haupttor der ehemaligen Reinhardtkaserne wird verlegt, die vorhandene Straße wird öffentlich und erhält den Namen „Reinhard
Das Haupttor der ehemaligen Reinhardtkaserne wird verlegt, die vorhandene Straße wird öffentlich und erhält den Namen „Reinhardtstraße“. (Foto: Peter Schlipf)

Es ist gestern die einzige Kampfabstimmung im Gemeinderat gewesen: Reinhardtstraße soll künftig der Hauptweg heißen, der im Bereich Mühlberg von der Grenadierstraße aus auf das Gelände der ehemaligen Reinhardtkaserne führt. Joachim Zorn von der SPD-Fraktion hatte „Europastraße“ vorgeschlagen, Martina Osiander von den Grünen plädierte für den Namen einer Frau.

Der Straße einen Namen zu geben sei notwendig, weil die Stadt einen Teil des Kasernengeländes erwerben werde und die Erschließung zu regeln habe, erklärte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek. Hier werde sich die Europäische Ausbildungs- und Transferakademie (EATA) ansiedeln. „Und wir müssen der EATA eine Adresse geben“, so Hilsenbek. Haupt- und Fußgängertor, die jetzt noch das Gelände eingrenzen, wird die Bundeswehr verlegen und sich mit einer Zaunanlage um ihr Sprachenzentrum Süd neu abgrenzen (wir haben berichtet). Walter Reinhardt, der Namensgeber der ehemaligen Ellwanger Kaserne, gehörte ab 1891 als Fähnrich dem Ellwanger Grenadierregiment Nr. 119 an und war 1919 preußischer Kriegsminister. Die Verwaltung wolle daran erinnern, dass die jüngere Geschichte der Stadt im Guten wie im Schlechten mit ihrer Kaserne verbunden ist, begründete Hilsenbek den Vorschlag. Grundsätzlich spreche sich die Verwaltung bei der Vergabe von Straßennamen auf dem ehemaligen Kasernengelände für standorthistorische Bezüge aus.

Die SPD-Fraktion, der die historischen Bezüge zu kriegerisch anmuteten, hatte einen anderen Vorschlag. „Vor dem Hintergrund der EATA halten wir einen zukunftsweisenden Namen wie „Europastraße“ für gut“, sagte Joachim Zorn. Martina Osiander von den Grünen wiederum rechnete vor, dass von den rund 400 Ellwanger Straßennamen rund 82 „männlich“ seien, aber nur sechs „weiblich“, und schloss daraus: „Es ist dringend notwendig, eine Straße nach einer Frau zu benennen.“

Der gemeinsame Antrag von SPD und Grünen wurde bei zehn Ja-, 16 Neinstimmen und fünf Enthaltungen abgelehnt. Der Antrag der Verwaltung erhielt mit 19 Ja-, neun Neinstimmen und drei Enthaltungen die Mehrheit.

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