Du, da isch was los in Ellwangen

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Schwäbische Zeitung
Petra Rapp-Neumann

Kaiserwetter, an den Straßen fidele Närrinnen und Narren, gefühlte 20 000, 93 Gruppen, Narrenzünfte, Garden, Guggenmusikkapellen und Musikvereine am Start: dieser grandiose Ellwanger Fastnachtsumzug hat das Zeug, in die Stadtgeschichte einzugehen.

Superstimmung, lachende Gesichter, wohin man schaute. Jede Menge Süßigkeiten und Äpfel flogen zur Freude nicht nur der kleinen Zaungäste in die begeisterte Menge. Sogar Butterbrot gab’s von Robin Hood in Gestalt der Kobeleshofnarren.

Wie es sich seit über 60 Jahren gehört, führte die Napo mitsamt Tiger-Karle Hilsenbek den närrischen Lindwurm an: dreifach donnerndes NaNa-PoPo! Und dann ging’s Schlag auf Schlag. Tanzende Feuerteufel, gefolgt von Kinderdorfhexen, schon seit 1961 dabei. Die Rindelbacher RiBaNa sorgten als „Vier Jahreszeiten“ für Farbtupfer, die Faschingsgruppe um „Johnny 42“ Baumann machte als „Steampunker“ im coolen Retrolook Furore.

Eichwaldhörnchen und Heilsarmisten

Mit 180 Aktiven war Röhlingen stark vertreten. Das Männerballett twistete am Fuchseck, RöSeNa-Präsident Roland Brenner taufte die Marienstraße kurzerhand in Röhlinger Straße um. Mit dabei auch die Liashang Grabsler, die auf dem zweiten Platz der Kostümprämierung landeten. Direkt aus den Fluten der Jagst landeten Quallen der Narrengruppe Peter Kirsch und Frösche der Narrengruppe Mittelhof im bunten Treiben. Die Frösche warben für die Landesgartenschau. 140 Aktive aus Waldhausen waren vom Waldhasen übers Eichwaldhörnchen bis zum Härtsfeld-Eiszauber zauberhaft anzuschauen. Aus Sederndorf reisten waschechte Wikinger an. Nicht weniger als sechs Garden brachte Bühlertann mit. Die Blaue Grotte Eggenrot steppte als König der Löwen. Seit mehr als 25 Jahren nehmen die Feuerschützenbostler Dostal-Deininger am Ellwanger Fasnetsumzug teil, diesmal als Reeperbahn-Heilsarmisten. Eine Anspielung auf Ellwangens Traum von der Landesgartenschau war wohl die „Tote-Hosen-Schau“ der Blauen Garage.

Aus Pfohla, aus Pfohla muss man sein: als Gallier mit Schankhäusle, Wildschweinbraten und schmucken Garden rückten die Pfahlheimer Limesnarren an. Heiligs Blechle heidenei, Pfohla war ausgestorben, alle waren beim Umzug in Ellwangen. Für Fisch statt Plastik im Netz warben die Wörter Muggabatscher. Als Nordsee-Angler empfahl sich eine Schrezheimer Gruppe schon mal fürs Katerfrühstück. Den krönenden Abschluss bildete wie immer der FCV mit allem, was hierzulande närrischen Rang und Namen hat.

Du, da war was los in Ellwangen. Heute ist Aschermittwoch und der Spaß bis zum nächsten Jahr vorbei. So schee war’s.

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