Drei Wochen beim Klempner in Irland

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 Auch Auszubildende können im Ausland Erfahrungen sammeln, so wie Rico Scheunert und Steffen Hümer vom Kreisberufsschulzentrum.
Auch Auszubildende können im Ausland Erfahrungen sammeln, so wie Rico Scheunert und Steffen Hümer vom Kreisberufsschulzentrum. Von links: Peter Lehle, Monika Baer, Richard Keck, Rico Scheunert und Steffen Hümer. (Foto: bl)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Mit dem Projekt „Go for Europe“ haben zwei Schüler des Kreisberufsschulzentrums Ellwangen vier Wochen lang die Arbeitswelt in Irland erlebt. Die Hildtrud-Tochtermann-Stiftung hat das mit Fördergeldern unterstützt.

„Für Studierende ist es heute ganz normal, ein Auslandssemester zu machen. Wir wollen diese Erfahrung auch Auszubildenden ermöglichen“, sagt Monika Baer, Projektleiterin von „Go for Europe“ der Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand. Rico Scheunert und Hans Hermann, Auszubildende im zweiten Lehrjahr zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima, haben diese Chance ergriffen und vier Wochen in Irland verbracht. „Grandios“, lautet das Fazit der 18-Jährigen nach der Rückkehr aus Tralee, einer 25 000-Einwohner-Stadt im Südwesten Irlands. „Ich bin richtig ins Englisch-Sprechen reingekommen“, sagt Scheunert.

Eine Woche Sprachkurs zu Beginn, dann drei Wochen Mitarbeit in Handwerksbetrieben vor Ort: Das ist das Konzept der Projektreisen, um sowohl Sprachkenntnisse als auch Einblicke in die Berufswelt im europäischen Ausland zu vermitteln. „Der Sprachunterricht war total locker gestaltet und nachmittags konnten wir noch die Region kennenlernen“, erzählt Rico Scheunert. Er hat in einem 30-Mann-Betrieb gearbeitet. Zuletzt war er mit einem Kundendienstler unterwegs und gewann so noch mehr Eindrücke von Land und Leuten. Hans Hermann erlebte entspanntes, kreatives Handwerken in einem Drei-Mann-Betrieb. „Es war interessant, diese Arbeitswelt kennenzulernen“, sagt er.

Die Aufenthalte sollen dazu beitragen, die Ausbildungsberufe im Handwerk attraktiver zu machen. Die heimischen Betriebe – in diesem Fall Hümer Haustechnik aus Aalen-Fachsenfeld und Linus Kogel Heizung und Sanitär aus Abtsgmünd – verzichten für die Zeit auf ihre Mitarbeiter, die sich selbst mit bis zu 550 Euro an den Reisekosten beteiligen, aber ihre Ausbildungsvergütung weiterbeziehen.

Um die finanzielle Belastung zu senken, hat Richard Keck, betreuender Lehrer am Kreisberufsschulzentrums Ellwangen (KBSZ), die Hiltrud-Tochtermann-Stiftung als Unterstützer gewonnen. „Wir wollen etwas bieten, um die jungen Leute zukunftsfähig zu machen“, sagt Kurt Bohner, Vorstandsmitglied der Stiftung. Mit je 200 Euro wurden die Reisen bezuschusst. Schulleiter Peter Lehle freut sich über diese Möglichkeit für seine Schüler. Die Kontakte ins europäische Ausland seien indirekte Werbung für die duale Ausbildung in Deutschland.

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