Die Wahrheit bleibt im Dunkeln

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 Zweimal haben ein Chef und seine ehemalige Angestellte sich vor Gericht getroffen. Erst hatte sie ihn wegen sexuellen Belästigu
Zweimal haben ein Chef und seine ehemalige Angestellte sich vor Gericht getroffen. Erst hatte sie ihn wegen sexuellen Belästigung angezeigt, jetzt er sie wegen falscher Verdächtigungen. Auch dieses Verfahren vor dem Amtsgericht Ellwangen endete mit einem Freispruch. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa)
gek und Gerhard Krehlik

Mit einem Freispruch ist eine Verhandlung am Ellwanger Amtsgericht gegen eine 31-jährige Frau zu Ende gegangen. Auch wenn die Wahrheit letzten Endes im Dunkeln geblieben ist, waren sich Staatsanwältin Uzar, Verteidiger Rechtsanwalt Mangold und Amtsgerichtsdirektor Norbert Strecker nach der Beweisaufnahme einig, dass die Frau von dem Vorwurf der falschen Verdächtigung gegen ihren Chef freizusprechen war.

Strecker benötigte nicht einmal eine Bedenkzeit, er verkündigte das Urteil sofort nach dem Plädoyer des Verteidigers. Aus dem Fernsehen kennt man solche oder ähnliche Geschichten, wie sie im Amtsgericht verhandelt wurde, als Rosenkrieg. Allerdings waren die beiden Hauptdarsteller nicht verheiratet – zumindest nicht miteinander –, sondern pflegten als Chef und Angestellte seit 2015 eine „Freundschaft plus“. So jedenfalls beschrieb der Chef als Zeuge das Verhältnis.

Diese Freundschaft entwickelte sich allerdings nicht so, wie es der Chef wohl gern gehabt hätte, räumte er ein. Als Mitte 2017 im Leben der jungen Frau ein anderer Mann auftauchte, kam es, wie es kommen musste.

Die Sympathie füreinander ließ erheblich nach. Es kam zu gegenseitigen Beschuldigungen und Verdächtigungen, die Anfang 2018 schließlich darin gipfelten, dass die Angestellte ihren Chef wegen sexueller Belästigung bei der Polizei anzeigte.

Vorwurf: Bei der Zigarettenpause unter den Rock gegriffen

Er habe ihr, so ihr Vorwurf, Anfang Februar kurz vor Feierabend bei der täglichen Zigarettenpause in der Firmengarage unter den Rock gegriffen. Das darauf folgende Verfahren gegen den Chef wurde später eingestellt. Er verklagte nun seinerseits seine frühere Angestellte wegen falscher Verdächtigung.

Da beim Rendezvous in der Garage niemand anderes zugegen war, stand Aussage gegen Aussage. „Man kann nicht feststellen, was vorgefallen ist“, sagte Strecker in seiner kurzen Urteilsbegründung, sodass ein Freispruch die logische Konsequenz daraus sei.

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