Die Stadt Ellwangen hat ihre erste Fairtrade-Schule

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 Die Eugen-Bolz-Realschule ist jetzt Fairtrade-Schule.
Die Eugen-Bolz-Realschule ist jetzt Fairtrade-Schule. (Foto: Halbig)

Als erste Schule in Ellwangen hat die Eugen-Bolz-Realschule (EBR) am Freitagvormittag den Titel „Fairtrade-School“ erhalten. Beim Festakt überreichte Maria Gießmann von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg die Urkunde.

Schulleiter Martin Burr begrüßte die Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste und erklärte, wie es zum Bemühen um den Titel „Fairtrade-School“ gekommen ist. Leider sei gerechter Handel nicht selbstverständlich. Viele für uns alltägliche Dinge oder Lebensmittel würden in Kinderarbeit produziert und unterstützten unwürdige Bezahlung und Arbeitsbedingungen, so Burr. Hierfür sollen die Schülerinnen und Schüler sensibilisiert werden.

Die Initiative ergriff Schulsozialarbeiterin Nadine Haag, die selbst sehr früh mit dem Thema Fairtrade in Kontakt gekommen ist. Sie kam zu dem Schluss: „Fairtrade kommt zu kurz an der EBR.“ Da war das Ziel gesetzt: Die EBR sollte Fairtrade-School werden. Hierfür müssen einige Kriterien erfüllt werden, beispielsweise ein Fairtrade-Schulteam. Eine der ersten Ideen des Schulteams war es, in der Pause fair gehandelte Snacks wie Schokolade und Gummibärchen an einem mobilen Verkaufsstand anzubieten.

Thema ist fest verankert

Auch das Schülercafé „Sitzsack“ bietet faire Produkte und Informationen zu diesen an. Eine weitere Bedingung für die Auszeichnung „Fairtrade-School“ ist die feste Verankerung des Themas in den Unterricht. Mit Projekttagen wie zum Beispiel dem bundesweiten Banana-Fairday werden Schüler aufgefordert, sich mit Fairtrade-Themen zu beschäftigen.

Grießmann erklärte die Eugen-Bolz-Realschule zur 96. Fairtrade-School in Baden-Württemberg und hoffte bei ihrem Besuch, dass viele weitere diesem Vorbild folgen mögen. In Deutschland gebe es bisher 590 Fairtrade-Schools. Der Titel wird für zwei Jahre vergeben, bis die Kriterien neu geprüft werden. Wie auch im fairen Handel seien Kontrollen wichtig, um die Qualität zu erhalten.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek war als ehemaliger Schüler der EBR begeistert vom Engagement aller Beteiligten. „Es ist jedes Mal etwas Besonderes, wenn ich an meiner Eugen-Bolz-Realschule sein darf“, freute er sich.

Das Fairtrade-Schulteam stellte außerdem neue Schul-Shirts vor. Natürlich bestehen diese aus 100 Prozent fair hergestellter Baumwolle. Das Logo trägt den Schriftzug „Selbst-Fair-Ständlich“. Das Logo habe mehrere Bedeutungen: die Gemeinschaft der Schule, zueinander und zu sich selbst fair zu sein, für eine gerechte Welt zu kämpfen und fairen Handel für jeden selbstverständlich zu machen.

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