Die Gefahr eines neuen Wettrüstens

Lesedauer: 3 Min
„Atomwaffen entsorgen“, hieß es beim diesjährigen Friedenslauf im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade.
„Atomwaffen entsorgen“, hieß es beim diesjährigen Friedenslauf im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade. (Foto: Josef Schneider)
sj

Unter dem Motto „Bürger laufen für den Frieden“ sind am Samstagvormittag bei der ökumenischen Friedensdekade rund 20 Friedensaktivisten auf die Straße gegangen. Der Friedenslauf ist ein Kind der Mahnwache und des Arbeitskreises Friedensdekade. „Atomwaffen entsorgen“, hieß es dieses Mal. Und tatsächlich landete eine Atomrakete, wenn auch nur aus Kunststoff, in einer Mülltonne.

Dietrich Böhme vom Aktionsbündnis Mahnwache, der Organisator des Friedenslaufs, begrüßte am Fuchseck. Atomwaffengegnerin Carola Moser aus Neunheim und Mitglied der Friedenswerkstatt Mutlangen erinnerte an ihre Teilnahme mit einer Jugenddelegation der Friedenswerkstatt und der Deutschen Friedensgesellschaft an der Vorbereitungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag „Preparatory Committee of the Nuclear Non-Proliferation Treaty“ im April im UN-Hauptquartier in New York, an der Friedensaktivisten aus der ganzen Welt und Delegierte aller Vertragsstaaten des Atomwaffensperrvertrags teilnahmen.

Das Recht auf Frieden einfordern

„Es ist wichtig und notwendig, dass die Zivilgesellschaft, also jede und jeder Einzelne von uns, das Recht auf Frieden laut und deutlich einfordert“, sagte die junge Historikerin. Nach dem Ausstieg der USA und Russland aus dem bilateralen INF-Vertrag, der zum Verzicht auf landgestützte nukleare Mittelstreckensysteme verpflichtet, sieht Carola Moser die Gefahr eines neuen Wettrüstens. 2020 soll der 1970 in Kraft getretene Atomwaffensperrvertrag im Rahmen einer Konferenz überprüft werden. Moser bedauerte es, dass Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag nicht ratifiziert hat und auch nicht beabsichtigt, dies zu tun. Gerhard Schneider von der Mahnwache sprach von Höllen- und Todesmaschinen und forderte den Abzug der 20 Atomwaffen aus Büchel in der Eifel und ein Verbot der Atomwaffen. Denn Atomwaffen seien die größte Gefahr für den Weltfrieden.

„Und wenn es nur ein Zeichen ist, das Menschenwürde achtet und Gewalt nicht mit Gewalt vergilt, es wird zum Segen“, sangen die Teilnehmer der Mahnwache vor dem Start am Fuchseck das Dekadelied „Überwindet Gewalt“. Musikalisch begleitet wurden sie vom evangelischen Pfarrer Martin Schuster auf der Gitarre. Für sportlich geübte Läuferinnen und Läufer gab es einen Rundkurs zum Galgenwald und zurück, für Walkerinnen und Walker eine Alternativroute Richtung Schlossweiher. Der Abschluss war im Ladencafé „präsent“, wo auch Oberbürgermeister Michael Dambacher vorbeischaute.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen