Das Jugendzentrum wird 30

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Das Jugendzentrum feiert am 28. Juli seinen 30. Geburtstag. Seit 1988 ist es im ehemaligen Farrenstall im Mühlgraben untergebrac
Das Jugendzentrum feiert am 28. Juli seinen 30. Geburtstag. Seit 1988 ist es im ehemaligen Farrenstall im Mühlgraben untergebracht. Das Gebäude soll 2026 der Landesgartenschau Platz machen. (Foto: Josef Schneider)
Freier Mitarbeiter

Bei der Jubiläumsveranstaltung am Samstag, 28. Juli, ab 16 Uhr im Jugendzentrum sprechen Bürgermeister Volker Grab, der Vorsitzende des Trägervereins, Berthold Weiß, sowie Josef Baumann und Volker Lauster-Schulz vom Friedensforum, und für die Jugendlichen Thinesh Selvaratnam. Eine kleine Ausstellung bietet einen Blick auf die vergangenen 30 Jahre. Für die offene Bühne werden noch musikalische Beiträge gesucht.

Das Jugendzentrum feiert seinen 30. Geburtstag. Am 24. Juni 1988 wurde es im ehemaligen Farrenstall im Mühlgraben eröffnet. Seine Geschichte reicht aber zurück bis in die wilden 68er. Das ist Thema bei der Feier am Samstag, 28. Juli, ab 16 Uhr. Vermutlich aber auch das ungewisse Schicksal des Jugendtreffs, denn das historische Gebäude ist der Landesgartenschau 2026 im Weg.++

1971 sammelte der Arbeitskreis Jugendzentrum 600 Unterschriften bei den Besuchern eines Pop-Festivals für den Aufbau eines Jugendzentrums in Ellwangen. Damit sollte dem Gemeinderat Druck gemacht werden. Doch passiert ist erst einmal nicht. 1975 wurde aus dem Arbeitskreis ein Verein, der dank einer anonymen Spende ab März 1975 für 300 Mark im Monat die ehemaligen Räume der Zoohandlung Reuß in der Oberamtsstraße als Treffpunkt für Jugendliche mieten konnte. Der Gemeinderat erklärte sich zur Förderung bereit und bewilligte einen auf sechs Monate befristeten Zuschuss von monatlich 325 Mark.

1977 Umzug ins Haus Beilharz

Anfang 1976 jedoch musste sich das Jugendzentrum ein neues Domizil suchen. „Endlich ist es vorbei mit diesen Haschbrüdern, Hippies, Sozis und Gammlern! Viele entsetzte Eltern können jetzt aufatmen. Ab jetzt werden die Söhne und Töchter Ellwangens wieder rechtschaffene Deutsche“, heißt es in einem Leserbrief von damals.

1977 forderten 250 Demonstranten ein „Jugendzentrum in völliger Selbstverwaltung“. Mit Erfolg: Am 8. Dezember 1977 erklärte sich die Stadt bereit, dem Verein Räume im früheren Anwesen Beilharz in der Kurzen Straße zu überlassen, die Renovierung zu unterstützen und einen laufenden Zuschuss beizusteuern. Ende 1978 wurde das Jugendzentrum eröffnet. Der Ansturm war so groß, dass 200 Besucher wegen Überfüllung keinen Einlass fanden. Ein Sozialpädagogikpraktikant übernahm die Aufsicht.

1979 wurde das Jugendzentrum nach knapp fünf Monaten Betrieb für Renovierungsarbeiten geschlossen. Zur Wiedereröffnung stellte die Stadt eine Sozialarbeiterin ein, den Jugendlichen wurde ein Jugendhausrat zugebilligt. Rund 400 Besucher kamen zur Neueröffnung. 1980 wurde der Trägerverein Jugendzentrum gegründet. Vier Jahre später drohte der Abriss des Gebäudes, der aber noch einige Zeit hinausgezögert wurde.

1986 beschloss der Gemeinderat, das Jugendzentrum im ehemaligen Farrenstall unterzubringen. Mit großem ehrenamtlichen Engagement der Besucher und großem finanziellen Aufwand der Stadt begann 1987 der Umbau des Gebäudes. Mit dem neuen Standort im Mühlgraben wurde die Jugendarbeit salonfähig. Die Stadt finanziert seitdem die Personalstellen, überlässt dem Trägerverein das Gebäude und übernimmt die laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Heizung, Reparaturen, Reinigung und den Sachmitteletat.

Präventionsprojekte in den Schulen

Heute ist das Jugendzentrum aus der Stadt Ellwangen nicht mehr wegzudenken. Es ist zum einen ein offener Jugendtreff. Außerdem hält es Sportangebote und Angebote für Kinder vor, wie zum Beispiel die Kinderwerkstatt und das Projekt Naturentdecker. Mit Konzerten, Discos, Poetry Slam und Nachwuchsfestivals engagiert sich das Juze auch im Bereich Jugendkultur. Mit Projekten wie „Gutes Klassenklima“, „Mut zur Stärke“ und „Kooperative Spieleketten“, mit Gesundheits- und Suchtprävention geht das Jugendzentrum auch in die Schulen, im Jahr etwa 50 Mal.

Die Mitarbeiter betreuen den Jugendrat, koordinieren die Ferienbetreuungsangebote und organisieren das Ferienprogramm. Die Mithilfe des Jugendzentrums ist auch bei Großveranstaltungen wie dem Kinderfest und dem Integrationsfest „Ellwangen ist bunt“ gefragt.

Im Jugendzentrum arbeiten fünf Hauptamtliche, die sich 3,75 Stellen teilen. Es sind dies Jugendzentrumsleiter Jörg Mayer, seine Stellvertreterin Margret Schreg sowie Jutta Jakob, Constantin Toth und Maximilian Andre. „Das Jugendzentrum ist eine feste Größe und wird nicht permanent infrage gestellt“, freut sich ´Mayer über die gute Zusammenarbeit zwischen Trägerverein und Stadtverwaltung. Der gemeinnützige Trägerverein, mit Berthold Weiß als Vorsitzendem und Betty Thalheimer als Stellvertreterin, ist für die inhaltliche Arbeit des Jugendzentrums zuständig und hat das Vorschlagsrecht bei Neueinstellungen.

Bei der Jubiläumsveranstaltung am Samstag, 28. Juli, ab 16 Uhr im Jugendzentrum sprechen Bürgermeister Volker Grab, der Vorsitzende des Trägervereins, Berthold Weiß, sowie Josef Baumann und Volker Lauster-Schulz vom Friedensforum, und für die Jugendlichen Thinesh Selvaratnam. Eine kleine Ausstellung bietet einen Blick auf die vergangenen 30 Jahre. Für die offene Bühne werden noch musikalische Beiträge gesucht.

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