Das Ellwanger Radkäpsele

Ein fehlendes Käpsele ist für Ordnungsliebende natürlich ein Manko. Doch auf Kulanz braucht dieser nicht zu hoffen. (Foto: pixabay)
Quintus B. Scheble

Auch wenn Freiheit und Freude eingeschränkt sind, in diesen pandemischen Tagen. Das Frühjahr ist da, da möchte man doch wenigstens frische Luft genießen, frische Luft vielleicht sogar mit Fahrtwind. So dachte ich und holte mein Fahrrad aus dem Winterschlaf, in den ich es nach professionellem Service im Herbst des vergangenen Jahres gelegt hatte.

Apropos frische Luft, die brauchten meine schlaff gewordenen Reifen natürlich auch. Doch ach, als ich meine Fahrradpumpe ansetzen wollte, musste ich zu meinem Leidwesen feststellen: An einem der Ventile fehlte die Abdeckung, das Käpsele.

Freilich wäre mein Gefährt auch ohne zweiten Verschluss verkehrstauglich, aber komplett ist halt komplett, dachte ich. Da ist guter Rat nicht teuer, dachte ich gleichfalls, zumal das gute Rad schon teuer genug war.

Also nichts wie hin in das örtliche Fachgeschäft, wo ich den Drahtesel der Online-Mode zum Trotz analog erstanden hatte, ein flottes E-Bike, das in DM mindestens doppelt soviel gekostet hätte.

Nach obligater telefonischer Anmeldung, vorbildlich aufgesetzter Maske und intensiver hygienischer Händereinigung trat ich an den Tresen besagten Unternehmens, schilderte mein Manko und tatsächlich, das fehlende Teilchen war im Sortiment vorrätig. In Anbetracht der Summe, die ich vor knapp einem Jahr für das Stahlross bezahlt hatte, ist zweifellos von einer kulanten, großzügigen Regelung, einer Art Garantiefall, auszugehen, dachte ich.

Ja, dachte ich. Höflich, fast flüsternd, aber verständlich genug, fragte ich anstandshalber nach dem Preis des Substituts. 20 Cent, erhielt ich zur Antwort.

Das wiederum überraschte mich derart, dass ich, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, meinerseits großzügig und dieses Mal lautstark antwortete: „Wissen Sie was? Dann leiste ich mir gleich zwei davon!“. Gesagt, gezahlt.

Inzwischen habe ich eines der beiden Exemplare vorschriftsmäßig angeschraubt. Das andere bewahre ich sorgfältig auf, sozusagen als Ersatzkäpsele. Dann bin ich auf der sicheren Seite, denke ich. Und wer weiß, was die Dinger in der nächsten Saison kosten.

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

 Schutz vor dem Wetter finden Fahrgäste am Bahnhof Lindau-Reutin nur auf einem ein Teil der Bahnsteige um die Überführung herum,

Fahrgast ärgert sich: Dem Fernbahnhof in Lindau-Reutin fehlt die Infrastruktur

Kaum wettergeschützte Wartemöglichkeiten, unzureichende Beschilderung, keine Toiletten: Wenn es nach Fahrgast Wolfgang Paul geht, verdient der neue Bahnhof Lindau-Reutin die Bezeichnung „Fernbahnhof“ ganz und gar nicht.

Den gebürtigen Lindauer zieht es regelmäßig in seine alte Heimat zurück. Prinzipiell reist er gerne mit der Bahn aus dem Raum Ulm an. Als er im strömenden Regen in Reutin seinen Anschluss auf den Inselbahnhof verpasste, fielen ihm die Schwachstellen des neuen Bahnhofs umso deutlicher auf.

 Der Biberacher Schlachthof ist seit Ende 2020 geschlossen.

Nach Vorwürfen zu Tierschutzverstoß: Schlachthof bleibt weiter geschlossen

Nach den Vorwürfen über vermeintliche Verstöße gegen den Tierschutz im Biberacher Schlachthof ist dieser seit November 2020 geschlossen. Was gibt es in der Sache Neues? Das wollte Kreisrat Gerhard Glaser (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreistags wissen.

„Der aktuelle Stand ist immer noch derselbe wie vor einigen Monaten“, sagte Walter Holderried, Erster Landesbeamte. „Der derzeitige Betreiber sollte uns ein neues Konzept vorlegen, das hat er bis heute nicht getan.

Stehen voll hinter dem Regionalplan: (von links) Rainer Magenreuter aus Isny (FW), Daniel Rapp aus Ravensburg (CDU) und Norbert

Fraktionschefs von CDU, SPD und Freien Wählern verteidigen Regionalplan

Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung im Planungsausschuss der Regionalversammlung haben CDU, SPD und Freie Wähler ihren Standpunkt verdeutlicht, warum sie anders als die Grünen den neuen Regionalplan positiv sehen.

„Das ist kein Höllenplan“, sagte Norbert Zeller (SPD) aus Friedrichshafen mehrfach im Hinblick auf die Kritiker, die teils gegen verschiedene Aspekte im Planentwurf protestieren. Zuvorderst, aber nicht nur, gegen den Kiesabbau im Altdorfer Wald.

Mehr Themen