Das Blauhornbergwerk soll für Führungen öffnen

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Hans-Dieter Bolter (Mitte) hat Bürgermeister Volker Grab (rechts) und Kulturamtsleiter Dr. Anselm Grupp den Blauhornkeller im Rü (Foto: Schneider)
Josef Schneider

Eine touristische Erschließung der Ellwanger Unterwelt kann sich Volker Grab vorstellen. Zumindest der Blauhornkeller im Rübezahlweg könnte der Öffentlichkeit sporadisch zugänglich gemacht werden.

Das märchenhafte Ensemble mit dem begehbaren Labyrinth ist ein ehemaliges Sandbergwerk, das von 1900 bis 1929 als solches in Betrieb war und im Zweiten Weltkrieg bis zu 450 Menschen der Schutzgemeinschaft Haller Straße als Luftschutzkeller diente. Am Montagnachmittag besichtigten Bürgermeister Grab und Kulturamtsleiter Dr. Anselm Grupp den Heinles- und den Weißochsenkeller an der Alten Steige und eben diesen Blauhornkeller, der absolut top ausschaut.

Geführt wurden die beiden vom Sachkundigen Hans-Dieter Bolter. Der 69-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur und Oberstudienrat aus Eggenrot hat vor einiger Zeit bereits zu einem sogenannten „Ellwanger Felsenkellerweg“ einen Prospekt entworfen, mit dem Titel „Bergwerke, Bier- und Eiskeller – Eine Reise durch die Ellwanger Unterwelt“.

Heinleskeller, Weißochsenkeller und Rotochsenkeller, die als Braunbierkeller genutzt wurden, grenzen aneinander. „Es sind schon gigantische Hohlräume“, wunderte sich Volker Grab, und Hans-Dieter Bolter erklärte: „Der ganze Buchenberg ist mehr oder weniger unterhöhlt.“

Das Blauhornbergwerk am Rübezahlweg hat mit seinen fünf Hallen eine Gesamtlänge von rund 650 Metern. Das sei einmalig in Süddeutschland und ein Alleinstellungsmerkmal für Ellwangen, so Bolter, denn: „Es gibt kein begehbares öffentliches Sandbergwerk in dieser Größe und dieser Qualität. Und mit dieser tollen, umwerfenden Optik.“

Die Familie Blauhorn, Vater und Sohn, hatten hier bis 1929 fast 30 Jahre lang mit Pickel und Doppelhaue Sand abgebaut: schönen, weißen Bausand, aber auch Stubensandstein als Reinigungsmittel. Der Sand wurde damals per Bahn bis nach Heilbronn transportiert. „Ellwangen hat eine große Sandgeschichte“, unterstrich Bolter mit Blick auf andere Bergwerke rings um Ellwangen, das älteste hier sei der Maucherkeller in der Prahlstraße, was mit der Rosenberger Glashütte zusammenhängen dürfte.

Grab machte deutlich, dass die Stadt, Eigentümerin des Blauhornkellers, diesen in den nächsten Jahren für Höhlenführungen touristisch nutzen will. Doch noch habe man ein Finanzierungsproblem. So muss beispielsweise ein Eingang gebaut werden.

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