„Dankbar, ein Dach über dem Kopf zu haben“

Lesedauer: 3 Min
Jaennette Albak und Rim ShalabAlSham und Rouaa ShalabAlSham und Klasse 8 und Buchenbergschule Ellwangen

Über ihre Flucht aus Syrien nach Ellwangen berichten Rim ShalabAlSham und Rouaa ShalabAlSham, Schüler der achten Klasse der Ellwanger Buchenbergschule.

„Wir, Rim (16 Jahre) und Rouaa ShalabAlSham (13) gehen in die achte Klasse der Buchenbergschule. Wir leben seit dreieinhalb Jahren in Deutschland, unsere Familie besteht aus sieben Geschwistern. Vor neun Jahren haben wir noch in Homs in Syrien gelebt. Unser Vater ist Bäckermeister, uns gehörten in Homs zwei Bäckereien. Wir hatten ein schönes Leben und von allem genügend – bis der Krieg ausbrach. Wir saßen manchmal tagelang im Keller und schützten uns vor den Bomben, die auf die Stadt niedergingen. Unser Haus wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Daraufhin begann die fünfeinhalbjährige Flucht mit der ganzen Familie über Damaskus und Libanon nach Deutschland.

Unserer Mutter war es wichtig, dass alle Familienmitglieder mitkommen, da die Brüder sonst eingezogen worden wären. 2011 lebten wir ein Jahr in Damaskus. Vier Monate verbrachten wir in einem Haus. Jeden Tag gingen Bomben auf unser Haus nieder. Da der Krieg so schlimm war, wurden wir von einem Auto abgeholt, wir wussten nicht wohin, aber wir wollten einfach weg. Der Fahrer fuhr uns in eine etwa eine halbe Stunde entfernte Schule. Dort waren wir sicher. Die Klassenzimmer wurden so aufgeteilt, dass immer vier Familien in einem Zimmer wohnten. Einen Monat verbrachten wir in der Schule. Die Nahrung war täglich dieselbe: matschiger Reis und Wasser. Als wir es nach einem Monat nicht mehr aushielten, fuhren wir wieder zu unserem Haus, packten unsere Sachen und gingen in den Libanon. Im Libanon lebten wir teilweise auf der Straße bei Brot und Wasser. Nach drei Jahren erreichte uns ein Anruf, dass wir nach Deutschland einreisen können. Nun sind wir seit dreieinhalb Jahren hier und müssen nicht mehr um unser Leben fürchten. Wir sind dankbar, ein Dach über dem Kopf zu haben und zur Schule zu gehen. (zt)

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen