Carsharing wirft noch keine Gewinne ab

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Der Betreiber des Carsharings in Ellwangen, das Ford Autohaus Baur in Mutlangen, stellt mittlerweile das vierte Fahrzeug für Ell
Der Betreiber des Carsharings in Ellwangen, das Ford Autohaus Baur in Mutlangen, stellt mittlerweile das vierte Fahrzeug für Ellwanger und Reisende zur Verfügung. Die Autos stehen in der Parkpalette Schöner Graben, am Bahnohof und auf dem Hof von Omni (Foto: Gralla)
Schwäbische Zeitung
Crossmedia Volontärin

Seit Juli 2014 gibt es in Ellwangen drei Carsharing-Fahrzeuge. Wirklich wirtschaftlich ist dieses Konzept allerdings noch nicht. Trotzdem hat der Betreiber des Carsharings, das Ford Autohaus Baur in Mutlangen, nun ein viertes Fahrzeug für Ellwanger und Reisende zur Verfügung gestellt.

Neben den drei Kleinwagen von Ford, die in der Parkpalette „Schöner Graben“, am Bahnhof und auf dem Firmenhof von Omnibus Mack stehen, gibt es seit Oktober 2017 einen Neunsitzer, der ebenfalls in der Parkpalette untergebracht ist.

Der Grund für die Ausweitung des Ellwanger Carsharings waren regelmäßige Nachfragen von Kunden nach einem größeren Auto. Der Neunsitzer, ebenfalls von Ford, soll das Konzept ergänzen. „Ellwangen hat das Potenzial, dass das Carsharing genutzt wird“ sagt Reimund Baur, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Mutlangen. Dieses entstehe durch die Lage der Stadt und die dort vorhandene Industrie, erklärt der Autohändler.

Auf 80 Benutzer-Karten pro Auto wollte Baur zu Beginn des Carsharings kommen. Zwar ist dieses Ziel noch nicht erreicht, das Projekt ist dennoch auf einem guten Weg dorthin, sagt er. „In der Gesamtsumme sind wir noch nicht kostendeckend, aber wir nähern uns daran an“, fährt Baur fort.

„HoheQuernutzung“

„Wir haben eine sehr hohe Quernutzung“ erklärt er. Das bedeutet, dass nicht nur Kunden mit einer Benutzer-Karte die Autos nutzen können, sondern auch Carsharing-Nutzer der Portale Flinkster oder DB-Rent. Das betrifft laut ihm vor allem Geschäftsreisende, die in Ellwangen mit der Bahn ankommen und sich am Bahnhof ein Auto mieten, um zu ihrem Termin zu fahren.

Das Projekt wird allerdings von Ford Deutschland unterstützt und das ist derzeit auch nötig. Denn das Fahrzeug am Bahnhof wird etwa zweieinhalb Stunden am Tag genutzt, der Kleinwagen in der Parkpalette etwa eineinhalb Stunden. Damit das Konzept kostendeckend ist, müsste jedes Auto eigentlich rund sechs Stunden am Tag genutzt werden, was pro Fahrzeug einer Auslastung von etwa 25 Prozent entspricht.

Ob ein Auto dann zehn Stunden am Tag und das andere nur zwei gefahren werde, sei dabei egal. Wichtig sei nur, dass die gesamte Nutzung der Fahrzeuge bei etwa sechs Stunden pro Auto liege, erklärt Baur.

Die Stadt Ellwangen ist „ein starker Befürworter“ des Carsharing-Projekts, stellt Thomas Steidle, Leiter des Ordnungsamts in Ellwangen, klar. „Wir sind stolz, dass wir als zweite Gemeinde im Ostalbkreis – nach Schwäbisch Gmünd – ein solches Angebot unterbreiten konnten. Stadt und des Gemeinderat unterstützen das Projekt gleichermaßen.“ So stelle die Stadt beispielsweise den Platz in der Parkpalette zur Verfügung und helfe bei der Öffentlichkeitsarbeit, erzählt Steidle.

Ob Elektroautos kommen,ist noch unklar

Was den Ausbau des Konzepts hinsichtlich der Elektromobilität anbelangt ist Ford Carsharing bereits seit dem Jahr 2017 mit der EnBW/ODR im Gespräch. „Da ist für Ellwangen derzeit aber noch nichts Konkretes im Gespräch“, sagt Baur. In Jagstzell und Hüttlingen gibt es allerdings bereits Elektrofahrzeuge im Carsharing.

„Ob es in Ellwangen auch Elektrofahrzeuge im Carsharing geben wird, hängt davon ab, wie die EnBW ihre Ladeinfrastruktur ausbaut“, sagt Baur. Denn letztendlich könnten keine Elektroautos in die Stadt gestellt werden, solange es keine passenden Ladestationen dafür gebe.

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