Bundesverkehrsministerium unterstützt Wasserstoffprojekte im Ostalbkreis

 Wasserstofftankstellen wie hier in Lindau am Bodensee sollen in naher Zukunft auch auf der Ostalb entstehen.
Wasserstofftankstellen wie hier in Lindau am Bodensee sollen in naher Zukunft auch auf der Ostalb entstehen. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG
Redakteur Ellwangen

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur im Ostalbkreis. Wie das Ministerium mitteilt, gehört der Ostalbkreis zu den 15 sogenannten HyExperts-Regionen, die im Rahmen eines Förderwettbewerbs bis zu 400 000 Euro an Bundesmitteln für Wasserstoffprojekte erhalten. Ziel soll es nach Angaben des Ministeriums sein, ein Gesamtkonzept für eine regionale Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln.

15 weitere Kommunen und Regionen werden als sogenannte HyStarter ein Jahr lang fachlich und organisatorisch bei der Entwicklung eines Wasserstoffkonzepts unterstützt. Ende 2019 hatten bereits 13 Kommunen und Gebietskörperschaften in einer ersten Runde des Förderwettbewerbs den „HyExpert“-Status erhalten.

In einer Pressemitteilung ordnet der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Aalen-Heidenheim, Roderich Kiesewetter, den Zuschlag aus Berlin ein: „Hierbei geht es um die Erforschung möglicher Anwendungen von Wasserstoff in der Mobilität und der Vorbereitung weiterer konkreter Umsetzungsschritte. Durch die Innovationsförderung des Bundes werden erste Wasserstoffprojekte in unserer Region umgesetzt.“

Schwerpunkte sind die Einrichtung von Anlagen zur Elektrolyse, mit denen Wasserstoff gewonnen werden soll. Diese Anlagen sollen in Ellwangen und im Technologiepark Aspen bei Schwäbisch Gmünd entstehen. Darüber hinaus sollen eine Flotte an Nutzfahrzeugen sowie Aus- und Weiterbildungsangebote gefördert werden. Bis 2024 sollen mindestens zwei Wasserstofftankstellen aufgebaut sowie zahlreiche Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb betrieben werden, erläuterte der CDU-Politiker.

Partner des Projekts sind der Ostalbkreis, der Landkreis Heidenheim sowie die Städte Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Giengen an der Brenz und Ellwangen sowie zahlreiche Unternehmen der Region, darunter aus dem Raum Ellwangen der Bürgerwindpark Virngrund, die Landesgartenschau Ellwangen GmbH, die Stadtwerke Ellwangen, Ok.go, die Versorgungs- und Bädergesellschaft Ellwangen oder die Firma Stengel.

Wasserstoff gilt als möglicher Energieträger für emissionsfreie Antriebe. Anders als Motoren, die Benzin oder Diesel verbrennen, stoßen Wasserstoffantriebe kein Kohlendioxid aus. Die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre wird für den globalen Klimawandel verantwortlich gemacht.

Um Wasserstoff erzeugen zu können, muss Wasser durch die Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden. Dieser Prozess ist energieaufwendig. Wenn jedoch Strom aus erneuerbaren Energien für dieses Verfahren verwendet wird, könnte der Betrieb von mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen sauberer und effizienter sein als der Betrieb von Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Winfried Mack, ergänzt: „Große Mengen Wasserstoff können nur dort produziert werden, wo es einen Überschuss an Wind- oder Sonnenenergie gibt. Nur mit aus erneuerbaren Energien produziertem Wasserstoff, also in den Sonnenwüsten oder auf den Meeren, können wir die Klimaziele von Paris erreichen.“ Er forderte, dass Baden-Württemberg an das europäische Wasserstoffnetz angeschlossen wird, damit der Wasserstoff dorthin gelangen könne, wo die Energie benötigt werde. „Das ist eine zentrale Aufgabe der nächsten Monate“, betonte Mack.

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