Bulgaren, Makedonier und Slowaken gedenken Methodius

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Eine bulgarische Tanzgruppe bereicherte die Methodiusfeier.
Eine bulgarische Tanzgruppe bereicherte die Methodiusfeier. (Foto: Schneider)

Der Slawenapostel Methodius soll der Überlieferung nach von 870 bis 873 in Ellwangen in Klosterhaft gewesen sein. An dieses historische Ereignis und an das Werk von Kyrill und Methodius erinnerten am Samstagnachmittag Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und die offiziellen Vertreter der slawischen Staaten Bulgarien, Makedonien und Slowakei. Bei der Gedenkfeier auf dem Methodiusplatz wurden Kränze und Blumengebinde niedergelegt.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek begrüßte die zahlreichen Gäste zum 45. Methodiustag in Ellwangen. Unter den Teilnehmern waren auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen aus der bulgarischen Stadt Troyan. Das Hariolf-Gymnasium pflegt mit dem dortigen Gymnasium einen Schüleraustausch, und die Stadt hat mit Troyan einen Freundschaftsvertrag geschlossen. Hilsenbek äußerte seinen Wunsch, dass das südosteuropäisch-bulgarische Kulturinstitut im Palais Adelmann in Ellwangen bald auch personell besetzt werde und dass ein Schüleraustausch auch zwischen dem Gymnasium in Ochrid in Makedonien und dem Peutinger-Gymnasium in Ellwangen erfolge.

Die bulgarische Generalkonsulin Antoaneta Baycheva aus München erinnerte an den Feiertag der slawischen Bildung, der slawischen Kultur und der slawischen Schrift am 24. Mai und betonte den Traum der heiligen Kyrill und Methodius von einer toleranten Welt und ihren Beitrag zur Einigung der slawischen Völker. Das Werk der beiden Brüder sei Teil des Weltkulturerbes.

Schutzpatrone Europas

Dragan Petkovski, Botschaftsrat der Republik Makedonien in Berlin, ging auf die Ernennung von Kyrill und Methodius zu Schutzpatronen Europas ein, die im Jahr 1980 durch Papst Johannes Paul II. erfolgte. Kyrill und Methodius übersetzten einen Großteil der Bibel in die slawische Sprache, und Kyrill erschuf die Glagoliza, die glagolitische Schrift, aus der die kyrillische Schrift hervorging. Nadezda Cisárová, Handelskonsulin der Slowakischen Republik in München, würdigte den Beitrag der Slawenapostel zur slowakischen Identität. Nach der im europäischen Geist gestalteten Feier kamen die Teilnehmer zu einem Empfang im Palais Adelmann zusammen. Am Vormittag wurde im Rathaus die Ausstellung „Ruse – Stolz vergangener Zeiten. Reminiszenz an eine westliche Stadt“ von Sammler Dr. Dieter Heß (Berlin), von OB Hilsenbek und der stellvertretenden Bürgermeisterin der bulgarischen Stadt Ruse, Nataljia Krasteva, eröffnet. Danach gab es zwei Gottesdienste in der Basilika.

Die Ausstellung über die Stadt Ruse im Foyer und im ersten Stock des Ellwanger Rathauses ist bis Freitag, 26. Juni, zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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