Bewährungsstrafe für reumütigen Drogendealer

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 Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, sowie zu einer Geldstrafe von 1200 Euro wegen unerlaubtem Handel mit
Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, sowie zu einer Geldstrafe von 1200 Euro wegen unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln hat das Ellwanger Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Maximilian Adis am Montag einen 24 jährigen Mann aus einer Virngrundgemeinde verurteilt. (Foto: dpa)
gk und Gerhard Krehlik

Das Ellwanger Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Maximilian Adis hat am Montag einen 24-jährigen Mann aus einer Virngrundgemeinde wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Der Beschuldigte und sein Verteidiger Rechtsanwalt Björn Wirsching nahmen das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Bereits im Zuge der Ermittlungen der Kriminalpolizei hatte der junge Mann die ihm vorgeworfenen Taten zugegeben. Insgesamt listete Staatsanwalt Jürgen Herrmann 13 Einzeltaten im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2017 in seiner Anklageschrift auf. Mit seinen Angaben hatte der Beschuldigte außerdem weitere Verfahren gegen die Rauschgiftszene im Virngrund und im Raum Crailsheim ermöglicht.

Der junge Mann auf der Anklagebank entsprach so gar nicht dem Klischee eines Drogendealers. In weitgehend geordneten Verhältnissen aufgewachsen und nach Schule und Ausbildung als stellvertretender Küchenchef in einer verantwortungsvollen Position in der Gastronomie tätig, machte er auch auf das Gericht und den Staatsanwalt einen ausgesprochen positiven Eindruck. Neben der weitgehend problemlosen Aufklärung der ihm vorgeworfenen Taten spielte daher auch die Frage von Richter Maximilian Adis, wie und warum er denn überhaupt in die Drogenszene abgerutscht sei, eine nicht unbedeutende Rolle in dem Verfahren.

Ein Joint als Feierabendbierchenersatz

Zum ersten Mal, so der einsichtig und sachlich auftretende Angeklagte, sei er im Alter von 18 Jahren bei seiner Ausbildung zum Koch mit Marihuana in Berührung gekommen. Nach Feierabend habe man im Kreise der Kollegen, ab und zu eben auch einen Joint geraucht, so wie andere ihr Feierabendbierchen getrunken haben. Er hat sich auch später nie als Drogenhändler gesehen, sondern „nur als eine Art Kurier“. Einer Bekannten, die offensichtlich größere Mengen Marihuana beschaffen konnte, habe er das Rauschgift mehr oder weniger aus Gefälligkeit abgekauft und an Bekannte und andere Personen so gut wie ohne Gewinn weiterverkauft. Lediglich seinen eigenen Bedarf habe er gelegentlich abgezweigt.

Das Gericht glaubte dem Angeklagten, dass er von falschen Freunden ausgenutzt worden ist. Die Ermittler hatten lediglich einen Gewinn von 125 Euro bei den Geschäften des Angeklagten festgestellt. Dieser Betrag wurde als Wertersatz im Urteil eingezogen.

Die als Zeugin geladene Lieferantin des Marihuanas hatte es vorgezogen, der Verhandlung unentschuldigt fernzubleiben. Auf Antrag von Staatsanwalt Herrmann verhängte das Gericht deshalb gegen sie eine Ordnungsstrafe von 200 Euro, ersatzweise vier Tage Ordnungshaft.

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