Bei der Hauptversammlung der ODR geht’s um Konzessionen, E-Mobilität und Breitband

Lesedauer: 5 Min
 Die Energiewirtschaft wandelt sich, das beschert der ODR neue Märkte. Das ist eines der Themen bei der Hauptversammlung des Ene
Die Energiewirtschaft wandelt sich, das beschert der ODR neue Märkte. Das ist eines der Themen bei der Hauptversammlung des Energieversorgers gewesen. (Foto: enbw odr)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Neue Technologien und Geschäftsmodelle, intensiver Wettbewerb und eine Vielzahl an verschärften rechtlichen Regeln erfordern die volle Aufmerksamkeit der EnBW ODR. Das hat Vorstandschef Frank Hose bei der Hauptversammlung des Ellwanger Energieversorgers betont.

Die Energiewirtschaft wandle sich, stellte Hose fest. Das beschere der ODR neue Märkte wie den Ausbau des Breitbandnetzes, den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität und das Vermarkten von Strom aus erneuerbaren Energien. In den nächsten Jahren stünden zahlreiche Konzessionsverhandlungen mit den Gemeinden an, die ODR wolle Strom- und Gaskonzessionen sichern und neue dazu gewinnen.

Im Gebiet der Netzgesellschaft Ostwürttemberg Donau-Ries – kurz NGO, ein Tochterunternehmen der ODR – sind laut Hose 28 000 Anlagen am Netz, die erneuerbare Energie erzeugen. Sie haben 2018 rund 1300 Gigawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Bei der Abgabe an den Endverbraucher haben erneuerbare Energien einen Anteil von 62 Prozent. Damit habe die ODR-Region das Ausbauziel der Bundesregierung für 2035 bereits erreicht. Die Einspeiser hätten 294 Millionen Euro erhalten. Ein wichtiger Baustein beim Ausbau der Erneuerbaren bilde der ODR-eigene Windpark Rot am See im Landkreis Schwäbisch Hall. Aktuell ging dort eine vierte Windkraftanlage ans Netz.

26 Millionen Euro habe die ODR im letzten Jahr in die Netzinfrastruktur investiert, davon 14 Millionen Euro in Strom-, 8,5 Millionen in Gas- und 3,5 Millionen in Breitbandnetze.

Die Ausbildung junger Menschen gewinne immer mehr an Bedeutung, sagte Hose. Mit einer Ausbildungsquote von 8,3 Prozent nehme man die gesellschaftliche und soziale Verantwortung in der Region sehr ernst. 36 Auszubildende und Studenten an dualen Hochschulen wurden eingestellt. Bei dem Modell „Stunden- und Geldspenden“ seien 30 000 Euro zusammengekommen, die an 25 soziale Einrichtungen gespendet worden seien.

Die ODR investierte auch in den Ausbau von Ladesäulen. 2017 gab es 13 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge im Netzgebiet, Ende 2019 sollen es mehr als 90 sein, 2020 mehr als 120. Gemeinsam mit der NetCom BW unterstütze die ODR auch den Ausbau der Breitbandinfrastruktur: 2018 seien die ersten drei Breitbandprojekte für Kommunen abgeschlossen worden. 2019 stünden elf Projekte an.

Mitarbeiterzahl soll sich bis 2025 auf 800 verdoppeln

Weil die NetCom wachse, werde auf dem Gelände der ODR in den nächsten zwei Jahren ein weiteres Gebäude für 150 Mitarbeiter entstehen. Rund acht Millionen Euro werden hier investiert.

Die ODR leiste nicht nur bei der Infrastruktur einen wichtigen Beitrag, sondern schaffe als Arbeitgeber auch eine hohe Wertschöpfung, betonte Frank Reitmajer. Zusammen mit den Zahlungen an die Betreiber regenerativer Stromerzeugungsanlagen flossen rund 380 Millionen Euro in die Region.

Neben der Konzessionssicherung stehen in den nächsten Jahren der Ausbau der Strom-, Gas- und Breitbandnetze sowie die Direktvermarktung regenerativen Stroms aus regionalen Erzeugungsanlagen im Fokus. Das Dienstleistungsangebot wird ebenfalls wachsen. Auch die Mitarbeiterzahl wird weiter steigen: bis 2025 wird die Zahl am Standort zusammen mit der Netcom auf fast 800 verdoppelt.

Für Frank Hose war es die letzte ODR-Hauptversammlung als Vorstand. Zum Jahreswechsel wird er seine Aufgaben als technischer Vorstand nach mehr als elf Jahren an seinen Nachfolger Sebastian Maier übergeben. Frank Reitmajer stellte sich als kaufmännischer Vorstand vor. Diese Funktion bekleidet er seit Anfang des Jahres.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen