Axel Nagel begeistert mit Blues und Tango

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Unter dem Titel „Außerhalb von Fahrzeugen“ hat der Gitarrist, Singer und Songwriter Axel Nagel im Garten des Café Omnibus ein ab
Unter dem Titel „Außerhalb von Fahrzeugen“ hat der Gitarrist, Singer und Songwriter Axel Nagel im Garten des Café Omnibus ein abwechslungsreiches Konzert gegeben. (Foto: Schneider)
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„Außerhalb von Fahrzeugen.“ Unter diesem sperrigen Titel hat Axel Nagel am Donnerstagabend im Rahmen von Sommer in der Stadt im Café Omnibus ein unterhaltsames, gut zweistündiges Konzert gegeben.

Und mit dem lauschigen Garten des Lokals hat der Gitarrist, Singer und Songwriter eine Lokalität gewählt, die wunderbar zum Motto der Veranstaltung passte. Die hochsommerlichen Temperaturen taten ein Übriges, sodass der romantische Garten mit rund 50 Besuchern gut gefüllt war.

Axel Nagel ist der Gewinner des deutschen Rock- und Pop-Preises 2018 in der Kategorie Singer Songwriter. „Außerhalb von Fahrzeugen“ heißt seine neue CD. Und mit dem unter Strom stehenden Song „Die Bühne“ eröffnete das Ausnahmetalent den amüsanten Abend. Axel Nagel freute sich, „im schönsten Hinterhof des Universums“ zu sein, gab sich locker, frohgelaunt und gesprächsfreudig und begeisterte mit seinen teils melancholischen, nachdenklichen und hintergründigen Songs, die sich meist wie das Lied „Reise ins Innere“ atemlos mit dem realen Leben beschäftigen.

Und weil Axel Nagel auf Deutsch sang, konnten sich seine Zuhörer nicht nur der faszinierenden Melodie mit groovendem Folk und Blues, sondern auch dem Inhalt der rhythmischen Songs widmen, die neben Liebe und Glückseligkeit auch Einsamkeit und Entfremdung aufgreifen. So begab sich der Sänger zum einen in seinem „Tafelbergwalzer“ auf die Suche nach dem vermeintlich ausgestorbenen Tasmanischen Tiger, zum anderen sang er in seinem Valentinstagssong: „Wir baden in Zeit, Liebe und Wein und werden unberechenbar sein.“

Von der Großmutter inspiriert

Seine „Parallelwelt“ entstand auf der B29 bei Winterbach, sein rockiges Stück „Die Entwicklungsmaschine“ in Lindau am Bodensee, am Strand. Mit 15 erzählte er seiner Oma, er gehe mit einem Freund nach Schottland in den Urlaub. „Das Tannheimer Tal ist auch schön“, meinte dagegen die Großmutter, die ihre Enkel im Kindesalter auch auf die Insel Mainau mitnahm. Und das sei so schön gewesen wie auf der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd, meinte Nagel und verband alles in seinem temporeichen, bunt gemixten, elektrisierenden Song „Farbskala“.

Shaker, Rassel und ein Theremin

Neben Akustikgitarre, Querflöte und seiner festen, souligen Stimme hatte Energiebündel Nagel auch andere Instrumente wie Shaker, Rassel, das erst 100 Jahre alte, sphärische Klänge versprühende Theremin und elektronische Hilfsmittel wie Bass und Beat aus der Konserve und Loops aus dem Sampler mit dabei. Sie lieferten seinen Songs den notwendigen Unterbau.

Axel Nagel ist seine eigene One Man Band. „Die Gitarre ist öfter mal beleidigt und verstimmt sich heute“, gab er zwischendurch zu. Am Ende des Konzerts wurde auch das Publikum einbezogen, es sollte ein kräftiges „Hey!“ schreien, um das Lied zu beenden. Das Hey wurde aufgenommen, gespeichert und dann als Backgroundchor eingespielt. Als Zugabe gab es einen feurigen Tango und einen Blues. Ein herrliches Konzert an einem lauen Sommerabend in romantischem Ambiente!

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