„Angel Eye“ überwacht künftig Badegäste unter Wasser

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Noch immer sind etliche Handwerker im Ellwanger Hallenbad damit beschäftigt, den neuen Anbau auf Vordermann zu bringen. Es wird gefliest, zugeschnitten und gespachtelt. Was so langsam Form annimmt, bekommt vom Geschäftsführer der Stadtwerke Stefan Powolny noch immer kein genaues Eröffnungsdatum. Zu unsicher sind mehrere Faktoren – es bleibt bei der Eröffnung mit Spielraum: im Herbst.

Am Freitag löst die bereits am Sonntag gestartete Hallenbad- die Freibadsaison ab. Ab Samstag sind Kressbachsee und Limesbad geschlossen. „Mit der Freibadsaison sind wir sehr zufrieden“, so Powolny bei einem Bilanzgespräch im Hallenbad. Ein überdurchschnittliches Jahr sei es gewesen, allerdings noch weit weg vom Rekordjahr 2015.

Kressbachsee hätte kippen können

Doch die Hitzewelle dieses Sommers hat nicht nur die Besucher in Scharen in die Seen und Bäder getrieben. Das Wasser des Kressbachsees stand mehrfach unter Beobachtung, da es sich zu sehr aufgeheizt hatte. „Das hätte kippen können“, sagt Powolny. Schlussendlich aber sei alles gut gegangen. „Durch die vielen Schwimmer und Badegäste hatte das Wasser auch viel Bewegung und damit Sauerstoff.“

Bis Ende August haben rund 34 000 Besucher den Kressbachsee als Abkühlung genutzt, so die Auswertung der Stadtwerke. Rund 5000 mehr als noch im Jahr zuvor. Dennoch kein Vergleich zum Rekordjahr 2015: damals waren es knapp 44 000. Das Pfahlheimer Limesbad hingegen kann da nicht ganz mithalten – was sicherlich auch der Größe des Schwimmbereichs geschuldet ist. In diesem Jahr wurden bis Ende August rund 10 600 Badegäste gezählt. Obwohl in den Vorjahren der September noch mit eingerechnet wurde, sind die Zahlen beinahe gleich. Nur 2015 waren es von Mai bis Ende September knapp 13 900 Besucher.

Auf zahlreiche Badegäste hoffen Geschäftsführer Powolny und der technische Leiter Volker Engelhardt auch für das Hallenbad. Denn nicht nur der neue Anbau soll nach Beendigung der Bauarbeiten Besucher anlocken. Auch im alten Bad wurden einige Veränderungen vorgenommen – für zusätzliche 735 000 Euro.

Eine von 13 Investition ist das sogenannte „Angel Eye“. Ein Unterwasserkamerasystem, mit dem die Bademeister alle Zonen in allen Becken des Bads hochauflösend überwachen können, erklärt Engelhardt. Aber nicht nur das: „Wenn jemand 15 Sekunden starr im Wasser liegt, dann wird ein Alarm im gesamten Schwimmbad ausgelöst“, so Engelhardt weiter. Über die Monitore, aber auch beispielsweise über eine Smartwatch am Handgelenk des Bademeisters, sieht dieser sofort, wo er hin muss.

Bei 15 Sekunden Starre löst „Angel Eye“ Alarm aus

Powolny: „Die Technik ist eingebaut. Sie wird mit der Neueröffnung dann auch freigeschaltet“, sagt er. Aber was ist mit denjenigen, die den „toten Mann“ im Wasser machen? 15 Sekunden sind da leicht zu überbieten. „Das wird es am Anfang mit Sicherheit auch geben, dass der Alarm deswegen ausgelöst wird“, sagt Engelhardt. Da müsse dann der Bademeister einschreiten und auf das System hinweisen. „Vielleicht“, ergänzt Powolny, „wird anfangs mit einem stillen Alarm gearbeitet. Das müssen wir alles noch sehen.“

Was aber sicher ist, sind die steigenden Eintrittspreise. „Noch gelten die alten Tarife“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Doch die haben sich mit der Eröffnung des neuen Anbaus dann auch erledigt.

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