Am Hariolf-Gymnasium ist am Freitag Wahl

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Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Wie die Bundestagswahl am Hariolf-Gymnasium wohl ausgeht? 350 Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 haben inzwischen ihre Wahlbenachrichtigungen bekommen, 500 000 sind es bundesweit. Am Freitag wird abgestimmt. Das gehört zum Projekt Juniorwahl, das Lisa Heinzelbecker betreut.

Das bundesweite Projekt unter Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestags soll Jugendliche unter 18 Jahren für Politik interessieren – und das ganz realitätsnah. So gibt es am Hariolf-Gymnasium einen Wahlvorstand, Wahlhelfer und ein Wählerverzeichnis.

Seit einer Woche beschäftigt sich der Neigungskurs Gemeinschaftskunde der Jahrgangsstufe 1 von Lisa Heinzelbecker mit der Wahl und allem, was dazu gehört. Die 21 Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 17 Jahren haben sich mit den Parteiprogrammen befasst und durch die 38 Fragen des Wahlomats geklickt.

Themen, die ihnen selbst wichtig sind, finden sie nur bedingt in den Parteiprogrammen. Theresa vermisst Ökologie und Nachhaltigkeit, Linus die Bildungspolitik samt Studiengebühren, die der Bund einheitlich regeln sollte. Über Wirtschaft, Außenpolitik und die NSA-Affaire wird im Wahlkampf zu wenig diskutiert, kritisiert Juliette. Mindestlohn ja oder nein? Da sind sich auch im Kurs uneins. Enttäuscht, dass sich ihre Anliegen nicht in den Programmen finden, ist Julian nicht. Parteien k müssen sich auf das beschränken, was die meisten interessiert, findet er ganz pragmatisch.

Wie kommt der Wahlkampf an? Bei den Plakaten gibt’s offensichtlich Verbesserungsbedarf. Nur Fotos von zuversichtlich strahlenden Menschen machen in Lisa Heinzelbeckers Kurs keinen Stich. Ein Minimum an politischer Aussage soll schon sein. Slogans ohne Inhalt fallen durch. Inhalt gab‘s beim TV-Duell und den TV-Dreikampf, die nicht nur Tim interessant fand.

Wählen gehen werden sie am Freitag wohl alle, auch wenn keiner das hundert Prozent passende Parteiprogramm für sich entdeckt hat. Dann bleibt ja noch das Programm mit der größtmöglichen Übereinstimmung. Dieses Mal stimmen sie nur in der Schule ab. Das ist schon im Frühjahr bei der Kommunalwahl anders. Trotzdem: Alle vier Jahre ein Kreuzle zu machen, ist den meisten aber zu wenig. Zu wichtigen Fragen sollte es mehr Volksabstimmungen geben. Das wäre gut.

Wie die Wahl am Hariolf-Gymnasium ausgegangen ist, steht am Sonntag, 22. September, nach 18 Uhr auf der Homepage unter www.hg-ellwangen.de. Mehr Informationen zur Juniorwahl sind im Internet unter www.juniorwahl.de.

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