Alarm wird auf Sicherheitsdienst geschaltet

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Bei dieser Feuerwehrübung lebten noch keine Menschen in der Landes-Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge.
Bei dieser Feuerwehrübung lebten noch keine Menschen in der Landes-Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. (Foto: Archiv- Siedler)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Wieder ein Fehlalarm in der Landes-Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) in Ellwangen. Dieses Mal ist in der Nacht auf Mittwoch um 2.30 Uhr die Abdeckung an einem Handdruck-Brandmelder geöffnet worden und hat Alarm ausgelöst. Die gute Nachricht: Es ist hoffentlich das letzte Mal, dass Feuerwehrleute und Flüchtlinge aus dem Schlaf geschreckt werden. Künftig laufen alle Brandalarme beim Sicherheitsdienst an der Pforte auf.

Bisher schon sind die sogenannten Handmelder mit einem Verzögerer ausgestattet. Das heißt, der Alarm geht nicht direkt zur Feuerwehr, sondern zum Sicherheitsdienst, der dann drei Minuten Zeit hat, die Lage zu prüfen. Jetzt werden auch alle Alarme von den Rauchmeldern auf den Sicherheitsdienst umgeleitet. Das sollte schon am Mittwoch passieren, hat die Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Sabine Beck, gegenüber unserer Zeitung gesagt.

Zusätzlich werden in einem Gebäude die Rauchmelder ausgetauscht. Dort hingen noch Rauchmelder aus der Zeit der Bundeswehr, die laut Beck zwar allen technischen Anforderungen genügen, aber bei Rauch anschlagen, während die die neuen erst reagieren, wenn zum Rauch auch Wärme kommt. Alle anderen Unterkunftsgebäude haben bereits solche doppelten Rauchmelder. Der Austausch soll in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.

Beck hofft, dass nun nicht nur die Feuerwehrleute, sondern auch die Bewohner der LEA wieder ruhige Nächte haben. Diese müssen bei Brandalarm die Gebäude verlassen. Die Motivation, sich in Sicherheit zu bringen, habe durch die vielen Fehlarme gelitten, sagt Beck, die froh ist, dass nun eine Lösung gefunden wurde: „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es während eines Fehlalarms woanders gebrannt hätte.

17 Fehlalarme waren es seit Mitte April, weiß Stadtbrandmeister Wolfgang Hörmann. Jedes Mal rücken sicherheitshalber zwei Löschzüge, die Drehleiter und 25 Feuerwehrleute aus, so wie bei jedem anderen Alarm in einem Altersheim oder einem Betrieb. 1500 Euro kostet so ein Einsatz im Schnitt. Wobei die Feuerwehrleute für den Einsatz mit 11 Euro pro Stunde entschädigt werden. Die unterbrochene Nachtruhe wiegt das nicht auf. Auch, weil man nach dem Einsatz, Fehlalarm hin oder her, jeder erst einmal wieder zur Ruhe kommen muss, bevor an Schlaf zu denken ist.

Jetzt kommen hoffentlich ruhigere Nächte für die Feuerwehrleute, ihre Familien und die Flüchtlinge. Damit wegen der Alarmverzögerung nichts passiert, wird die Feuerwehr den Sicherheitsdienst noch schulen, sagt Beck. Warum der Feueralarm nicht gleich wie in Meßstetten und Karlsruhe auf den Sicherheitsdienst aufgeschaltet wurde, begründet sie mit dem Brandschutzkonzept. Das sei in jeder der Landes-Erstaufnahmestellen anders und lasse sich schlecht vergleichen. Immerhin zähle bei Rauch jede Minute.

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