Alamannenmuseum zeigt eine neue Sonderausstellung

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Schulwandbild aus Rosenberg mit dem Titel „Germanen stürmen den Limes“" aus der NS-Zeit.
Schulwandbild aus Rosenberg mit dem Titel „Germanen stürmen den Limes“" aus der NS-Zeit. (Foto: Museum)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Ausstellung wird am Freitag, 26. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Die Einführung hält Dr. Niklot Krohn vom Alamannen-Museum Vörstetten. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Vom 27. Oktober 2018 bis 28. April 2019 ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung „Verehrt, verwendet, vergessen – Alamannen im Spannungsfeld von Politik und Zeitgeschichte“ zu sehen. Die vom Alamannen-Museum Vörstetten bei Freiburg konzipierte Ausstellung beleuchtet den Alamannenbegriff im Wandel der Zeiten.

Immer wieder wird von Besuchern gefragt, warum die Alamannen in den einschlägigen Fachmuseen mit einem „a“ anstatt einem „e“ geschrieben werden. Dies veranlasste das Alamannen-Museum Vörstetten zu der Idee, eine Ausstellung zum Alamannenbegriff zu konzipieren. Dieser taucht erstmals im Jahr 289 n. Chr. in römischen Quellen auf und bezeichnete germanische Stämme, welche sich in dem von den Römern nach dem Fall des Limes verlassenen, rechten Oberrheingebiet niederließen. Im Laufe der Geschichte erfuhr der ursprünglich als „Hilfsbezeichnung“ entstandene Alamannenbegriff einen entscheidenden Bedeutungswechsel und führte zu falschen und irreführenden Verwendungen mit teilweise fatalen Auswirkungen.

So erfolgte etwa im 19. Jahrhundert unter anderem durch Johann Peter Hebel und seine „Allemannischen Gedichte“ eine neue Verwendung des Begriffes als Volks- und Stammesbezeichnung. Gleichzeitig beschäftigte man sich mit der Frage, woher dieses „Volk“ kam. Eine Umdeutung ins „Völkische“ erfolgte durch die Nationalsozialisten und fand seinen missbräuchlichen Höhepunkt in der NS-Rassenideologie. In diesem Zusammenhang richtet die Ausstellung auch den Blick auf die „Alemannenforschung“ in der Universitätsstadt Freiburg sowie das dort herausgegebene NS-Hetzblatt „Der Alemanne“.

Die Ausstellung wird am Freitag, 26. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Die Einführung hält Dr. Niklot Krohn vom Alamannen-Museum Vörstetten. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

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