9200 Silbermünzen - Gewaltiger Münzschatz wird in Ellwangen gezeigt

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 Der Münzschatz, den Sondengänger vor zwei Jahren in Ellwangen gefunden hatten, ist ab Samstag, 9. November, im Alamannenmuseum
Der Münzschatz, den Sondengänger vor zwei Jahren in Ellwangen gefunden hatten, ist ab Samstag, 9. November, im Alamannenmuseum zu sehen. (Foto: Archiv- Simon Sachseder / dpa)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Ausstellung im Alamannenmuseum läuft bis 19. Januar.

Der Silbermünschatz, der vor zwei Jahren in Ellwangen gefunden worden ist, wird ab Samstag, 9. November, im Alamannenmuseum ausgestellt. So aufregend wie der Fund selbst, ist auch die Geschichte, die dahinter steckt: Die Finder hatten den Schatz zunächst behalten und mussten sich deshalb vor Gericht verantworten.

Die beiden Sondengänger waren ursprünglich auf der Suche nach militärischen Relikten gewesen. Statt alter Munition hatten sie einen Münzschatz gefunden, den das Landesdenkmalamt als einen der bedeutendsten aus dem Mittelalter einschätzt. Den Münzschatz hatten sie zunächst unter sich aufgeteilt. Einer der beiden zeigte den Fund später doch bei den Behörden an. Die Männer haben einen Strafbefehl über eine Geldstrafe erhalten.

Durch die unsachgemäße Bergung seien viele Informationen und Zusammenhänge für immer verloren gegangen, kritisiert das Landesdenkmalamt. „Welche Münzen waren in diesem Gefäß drin? Warum waren scheinbar ganz bestimmte Münzen wohl eher in einem Stoffsäckchen?“, fragte Amtsleiter Wolf bei der Präsentation des Schatzes für die Presse im Frühjahr. Diese Fragen hätte man beantworten und den gesamten Fund besser deuten können, hätten die Finder den Schatz gleich gemeldet.

Vor allem Heller aus Schwäbisch Hall

Mit über 9200 Münzen ist es der größten Münzschatzfund der Zeitepoche von 1260 bis 1330 in Baden-Württemberg. Im Alamannenmuseum wird er nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Momentan gehen die Fachleute davon aus, dass der Silberschatz um 1300 herum vergraben wurde. Das Geld war zu dieser Zeit soviel wert wie ein ganzer Bauernhof. Die einfache Bevölkerung hätte sich so einen Reichtum unter normalen Umständen nicht zusammensparen können. Für Baden-Württemberg ist es bislang der größte Münzschatzfund in der Zeitepoche von 1260 bis 1330 – die meisten übrigen Funde enthielten weniger als 1000 Münzen.

Der Großteil der Münzen sind Heller (Pfennige) und stammen aus Schwäbisch Hall. Einige wenige Münzen kommen außerdem aus Würzburg und Frankreich sowie aus den Bistümern Augsburg und Konstanz. Zudem wurden zwei Gefäße, verschiedene Stoffreste und ein Ring gefunden. Weil es sich fast nur um regionale Münzen handelt, könnten vielleicht die Einnahmen aus Steuern oder aus Verkäufen versteckt worden sein.

Funde von hervorragendem wissenschaftlichem Wert werden nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes mit der Entdeckung Eigentum des Landes. Zufallsfunde sind innerhalb von vier Werktagen bei der Denkmalschutzbehörde oder der Gemeinde anzuzeigen. Die gezielte Suche ist nicht erlaubt.

Die Ausstellung im Alamannenmuseum läuft bis 19. Januar.

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