800 Besucher feiern Heeresmusikkorps in der Rindsporthalle

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Eine eindrucksvolle Kostprobe seines hohen musikalischen Könnens hat das Heeresmusikkorps Ulm am Mittwochabend bei seinem umjubelten Benefizkonzert in der Rundsporthalle geboten. Die zweistündige, abwechslungsreiche Präsentation des weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Blasorchesters hat absolutes Spitzenniveau demonstriert.

Rund 800 begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer zollten zwischendurch und am Schluss derart frenetisch Applaus, dass das Heeresmusikkorps versprach, im nächsten Jahr, voraussichtlich am 11. März 2020, wieder ein Konzert in Ellwangen zu geben, also zum dritten Mal in Folge.

Der Vorsitzende des Musikvereins Rindelbach, Reiner Gruber, begrüßte im Namen der Organisatoren, Musikverein und der Stadt die Besucher. Er erinnerte an das Konzert des Musikkorps im vergangenen Jahr in der Rundsporthalle und freute sich, dass es zum zweiten Mal in Folge gelang, ein Benefizkonzert zu organisieren.

Musikkorps wurde 1956in Ellwangen aufgestellt

Die gebürtige Ellwangerin und Klarinettistin Sophie-Theresa Gruber, die im Musikverein Rindelbach spielt und 2018 als Soldatin Mitglied des Heeresmusikkorps war, hatte das Konzert mit auf den Weg gebracht. Vom Erlös des Vorjahres schaffte der Musikverein Rindelbach zehn Leihinstrumente im Wert von 5000 Euro an, die der von Moritz von Woellwarth geleiteten Bläserklasse Rindelbach in Kooperation mit der Grundschule zur Verfügung gestellt werden. Auch heuer komme der Erlös des Benefizkonzertes wieder der Jugendausbildung des Musikvereins Rindelbach und der Bürgerstiftung Ellwangen zugute, so Gruber.

Bürgermeister Volker Grab erinnerte daran, dass das Heeresmusikkorps Ulm im Oktober 1956 in Ellwangen aufgestellt wurde. Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack, neben Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und Bundestagsabgeordnetem Roderich Kiesewetter einer der Schirmherren der Veranstaltung, meinte, mit einem Klangkörper wie dem Heeresmusikkorps werde ein Bild von einem friedlichen Deutschland hinaus in die Welt getragen.

Die rund 50 Musikerinnen und Musiker unter der bravourösen Leitung von Oberstleutnant Matthias Prock starteten ihr zweistündiges Programm mit dem zackigen Marsch „Herzog von Braunschweig“, einem klassischen Fanfarenmarsch. Mit der prickelnden Suite aus dem Ballett „Pineapple Poll“ von Arthur Sullivan in einer Bearbeitung von Charles Mackerras setzten sie ihren musikalischen Vortrag dynamisch und leidenschaftlich fort. Im Publikum machte sich Gänsehaut breit.

Bei Rudy Wiedoefts traumhaft schönem „Valse vanité“, dem Walzer der Eitelkeit oder Selbstgefälligkeit, und dem anschließenden „Sax-O-Phun“ desselben Komponisten brillierte Hauptfeldwebel Silvia Bleicher als Solistin auf dem Saxofon. Donnernder Applaus war ihr sicher. „Die schöne Galathée“ des österreichischen Operettenkönigs Franz von Suppé, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, entließ das Auditorium in die Pause.

„Wild Nights!“ des zeitgenössischen US-amerikanischen Komponisten Frank Ticheli erwarteten die Zuhörer zu Beginn des zweiten Teils. Im Medley „Kinder, was für Lieder!“, in einem Arrangement von Jörg Murschinski, hörte man dagegen bekannte Kinderlieder wie „Hänschen klein“, „Es tanzt ein Bi-ba-butzemann“, „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, „Schlaf, Kindlein, schlaf“ und „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“.

„Lili Marleen“ und die Nationalhymne als Zugabe

Im Mittelpunkt von „Being alive“, „One day I'll fly away“ und dem Traditional „Oh when the saints“ stand die hoch professionelle Pop- und Jazzsängerin Kim Hofmann aus Stuttgart als Gastsolistin.

Der Marsch „Die Regimentskinder“ von Julius Fucik war Höhepunkt und Abschluss des offiziellen Konzertprogramms, das Publikum klatschte mit. Reiner Gruber dankte dem Korps („Sie haben wieder unser Herz getroffen“), den Sponsoren und speziell dem Musikverein Rindelbach, der mit über 30 Helfern die Organisation und Vorbereitung zusammen mit der Stadt gestemmt hat.

Bei der eifrig erklatschten Zugabe, „Lili Marleen“, durfte die Klarinettistin Sophie-Theresa Gruber, Tochter des Organisators Reiner Gruber, als Gast in ihrem ehemaligen Ensemble mitspielen. Es gab stehenden Applaus. Und weil die Zuhörerinnen und Zuhörer ohnehin alle bereits standen, ertönte zum Abschluss eines grandiosen Abends die deutsche Nationalhymne.

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