29 Spanier und Italiener lernen in Ellwangen

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 Zwar ist der Z-Bau noch nicht umgebaut, die Eata ist aber schon in Betrieb. Derzeit lernen junge Italiener und Spanier Deutsch,
Zwar ist der Z-Bau noch nicht umgebaut, die Eata ist aber schon in Betrieb. Derzeit lernen junge Italiener und Spanier Deutsch, um im Herbst mit einer Ausbildung zu beginnen. (Foto: Leidenberger)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Firmen und Institutionen, die Auszubildende in den Berufsfeldern Bau, Lager/Logistk, Hotel- und Gaststättenbereich sowie Pflege suchen, können sich direkt wenden an: Dorothea Ewers, Telefon 0151 20113563.

Im sogenannten Z-Bau der ehemaligen Reinhardt-Kaserne wird fleißig gebaut. Hier sollen in Zukunft bis zu 200 junge Menschen mit Deutschkursen und weiteren Bildungsangeboten als Fachkräfte für den europäischen Arbeitsmarkt ausgebildet werden. Während dort bis 2020 viel zu sanieren ist, läuft der Betrieb der europäischen Ausbildungs- und Transferakademie (Eata) bereits auf Hochtouren.

Wie die Geschäftsführer Dorothea Ewers und Ulrich Nagl berichten, wurden Mitte November 20 Spanier und neun Italiener neu aufgenommen, allein in Spanien hatten sich über 60 Bewerber vorgestellt – nur gibt es bislang nicht genügend Platz für alle.

Untergebracht sind sie auf dem ehemaligen Kasernen-Areal im alten Sanitätsbereich, maximal 45 Personen können hier leben. Derzeit werden 40 junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern unterrichtet. „Wir haben über unser EU-Netzwerk in Malaga (Spanien) und Palermo (Italien) Werbung für die Eata gemacht und die Resonanz war enorm“, sagt Dorothea Ewers, die Leiterin des Kolping-Bildungswerks, das 49 Prozent der gGmbH hält. Die gemeinnützige Gesellschaft ist Träger der Eata. Weitere 51 Prozent teilen sich Stadt und der Ostalbkreis.

Für die 29 Neuankömmlinge steht zunächst intensives Deutschlernen auf dem Lehrplan: Bis Ende Februar sollen in 600 Unterrichtseinheiten die Sprachkenntnisse auf B1-Niveau gebracht werden. „Damit kann man vom Grundsatz her die Sprache selbständig anwenden“, sagt Ewers. Wer durchfällt, kann nicht weiter an dem Projekt teilnehmen.

Nicht jeder Kandidat sei geeignet gewesen, sagt Ewers. Im Auswahlprozess sei auf Deutschgrundkenntnisse, gute Schulabschlussnoten, Ausbildungsmotivation und eine Altersbegrenzung von 18 bis 21 Jahren geachtet worden. Außerdem wurde ein Schwerpunkt auf die Berufsfelder gelegt, bei denen der Fachkräftemangel vor Ort besonders groß ist: Bei Baugewerken, im Bereich Lager/Logistik, Hotellerie/Gaststätten sowie der Pflege.

Das Projekt ist so angelegt, dass die Jugendlichen nach dem Sprachkurs in eine Einstiegsqualifizierungen vermittelt werden, um ab März in Betrieben mitzuarbeiten.. Zum Ausbildungsstart im September sollen sie dann in Unternehmen der Region mit iener Berufsausbildung beginnen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Unternehmen aus der Region eingebunden werden. „Wir haben bereits eine Reihe von Unternehmen. Aber selbstverständlich können sich auch weitere Firmen sehr gerne melden“, so Ewers.

„Wir wollen die Eata und die Räumlichkeiten, die wir haben, von Anfang an mit Leben füllen“, sagt Ulrich Nagl, der bei der Stadtverwaltung für die Konversion, die Umnutzung der ehemaligen Reinhardt-Kaserne, zuständig ist.

Kostenfrei ist der Aufenthalt für Eata-Schüler übrigens nicht. Neben Miete und Deutschkurs finanziert Kolping zwar mit 100 Euro Taschengeld die Lebenskosten anteilig, ihre restlichen Lebenskosten müssen die Jugendlichen aber selbst tragen. „Daraus kann man erkennen, wie motiviert sie sind“, sagt Dorothea Ewers.

Für die 29 jungen Italiener und Spanier besteht der Alltag aber zunächst vor allem aus Vokabeln pauken und Grammatik lernen.

Firmen und Institutionen, die Auszubildende in den Berufsfeldern Bau, Lager/Logistk, Hotel- und Gaststättenbereich sowie Pflege suchen, können sich direkt wenden an: Dorothea Ewers, Telefon 0151 20113563.

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