135 Wohnmobile kommen zum Carthago-Treffen

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Ernst und Hilde Allmendinger haben die Hauptversammlung des Carthago-Kreises in Ellwangen organisiert. 135 Wohnmobile kommen. (Foto: Beate Gralla)
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

„Unser Städtle ist doch schön“, finden Hilde und Ernst Allmendinger. Ihr Städtle zeigen sie jetzt ihren Wohnmobilfreunden. 135 kommen zur Jahreshauptversammlung des Carthago-Kreises und lassen sich für vier Tage auf dem Schießwasen nieder. Ein paar Holländer sind darunter, einige Schweizer und zehn Engländer vom Carthago-Kreis in Großbritannien.

Seit sechs Jahren machen Allmendingers Urlaub im Wohnmobil und ziehen bei ihren Touren gemächlich von Ort zu Ort. Viel zu spät haben sie damit angefangen, findet Hilde Allmendinger. Man kann hin, wo’s schön ist und hat eine Wohnung in ganz Europa. Das gefällt dem Ehepaar und den inzwischen über 700 Mitgliedern im Carthago-Kreis. Dort gibt man sich Tipps, wo gute Plätze sind, welche Stadt einen Abstecher lohnt und zum Umgang mit den Fahrzeugen. Die stammen bei allen vom gleichen Hersteller, der Firma Carthago in Aulendorf.

Alles nah beieinander

Die wird auch mit Mitarbeitern und Wohnmobilen vor Ort sein, wenn sich vom 2. bis 6. Oktober die Mitglieder in Ellwangen treffen. Die Stadt, findet Ernst Allmendinger, ist nicht nur schön, sie erfüllt auch die Voraussetzungen für die Hauptversammlung: Schießwasen und Stadthalle sind nah beieinander. Und die Innenstadt in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Trotzdem haben Allmendigers natürlich überlegt, ob sie eine Hauptversammlung samt viertägigem Programm organisieren wollen. Bestärkt hat sie die Reaktion in der Stadtverwaltung: „Die waren so nett.“ Seit einem Jahr läuft die Vorbereitung. Es wird eine logistische Herausforderung, die 135 Wohnmobile auf dem Schießwasen zu platzieren. Die Platzeinteilung steht schon fest. Etwa vom Wertstoffhof bis zum Hallenbad stehen Wohnmobile. Der vordere Teil zur Haller Straße bleibt als Parkplatz für alle anderen frei. Von den Teilnehmern der Hauptversammlung hat jeder schon seine Platznummer bekommen und wird bei der Ankunft eingewiesen. Schon am Sonntag reisen die Verantwortlichen vom Verein an und kümmern sich darum, dass jeder Wagen am richtigen Ort steht und seinen Stromanschluss bekommt. Die Anschlüsse dafür und für Wasser und Abwasser sind vorhanden, wofür die Mitglieder natürlich bezahlen. Ein bisschen rustikaler als auf einem regulären Stellplatz wird es trotzdem. Wer Wasser braucht, muss es an den beiden Zapfstellen mit dem Eimer holen. Wie auf einem großen Parkplatz soll’s aber nicht aussehen, neben jedem Wohnmobil ist Platz genug, um die Gartenstühle und Tische aufzubauen.

Dafür gibt es in den Fahrzeugen eigens eine kleine Garage, in die auch noch Fahrräder passen, oder, wie im größten aller Carthagos, sogar ein kleines Auto. Es ist alles da im Wohnmobil: Betten, Kleiderschränke, eine Küche, Bad und Dusche, eine Sitzgarnitur, auf Knopfdruck fährt der Flachbildschirm aus der Sitzlehne. Wobei der Fernseher selten angeschaltet wird: Es ist viel schöner, andere zu treffen, zu reden und gemeinsam etwas zu unternehmen, findet Ernst Allmendinger.

Das können die Mitglieder des Carthago-Kreises in Ellwangen, und sie lernen dabei noch schwäbische Lebensart kennen bei Krautschupfnudeln, Linsen mit Spätzle, Ofenschlupfern und einem Auftritt vom Spitalweible. Es gibt eine Stadtführung mit lustigen Anekdoten, eine Wanderung auf den Schönenberg und zum Schloss mit Führungen und Orgelkonzert und drei Radtouren zur Auswahl. Die Ellwanger Wirte, die Stadtführer, der Bicycle Club und viele andere helfen mit, dass sich Ellwangen von der besten Seite zeigt.

Am Sonntag geht’s weiter

Am Sonntag ziehen die Wohnmobilisten weiter, manche fahren ins Winterquartier nach Spanien oder Portugal. „Die kommen wieder“, sind Hilde und Ernst Allmendinger überzeugt. Und sie machen Werbung für Ellwangen, wenn sie anderen vom Treffen erzählen. Dann fehlt nur noch, dass die Stadt einen attraktiven Platz für Wohnmobile schafft. Wie in Oberstdorf, mitten drin.

Für das Treffen des Carthago-Kreises ist der südliche Teil des Schießwasen s von Mittwoch bis Sonntag, 2. bis 6.Oktober, für das Parken gesperrt. Der Bereich ist gekennzeichnet. Parkmöglichkeiten stehen auf dem alten Bauhofgelände zur Verfügung.

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