Da haben Susanne Hafner und Julian Kohler vom städtischen Hauptamt noch so sehr für die Abschaffung werben können: Der Schrezheimer Ortschaftsrat hat sich für die Beibehaltung der doppelten unechten Teilortswahl ausgesprochen. Einstimmig.

Der Beratung lag ein gemeinsamer Antrag der Gemeinderatsfraktionen der Grünen und der SPD zugrunde. „Für die Gemarkung Schrezheim hat sich die doppelte unechte Teilortswahl als gut und gerecht bewährt“, urteilte Ortsvorsteher Albert Schiele. Zu Schrezheim gehören 17 Ortschaften und Weiler, aufgeteilt in die drei größeren Ortschaften Schrezheim, Eggenrot und Rotenbach. Sie sollten, so Schiele, eine gewisse Eigenständigkeit behalten.

Hafners und Kohlers Argument, das komplizierte Wahlverfahren führe zu ungültigen Stimmzetteln und verschenkten Stimmen, beeindruckte den Ortschaftsrat ebenso wenig wie die Feststellung, dass Schrezheim auch nach der Abschaffung unverändert vier Sitze im Gemeinderat haben werde. Der jetzt „sehr stattliche“ Gemeinderat (Hafner) würde von 35 Sitzen auf 29 Sitze schrumpfen. An der Sitzverteilung würde sich nichts ändern. „Gemeinderäte sollten in der Fläche präsent und nah am Bürger sein. Das garantiert die doppelte unechte Teilortswahl“, fand Klaus Schneider (CDU). „In den Ortschaften gibt es viele Projekte, für die man die Bürger braucht“, ergänzte Parteifreund Josef Kucher. Bernd Uiffinger (Freie Wähler) unkte, SPD und Grüne hätten womöglich Probleme, genügend Kandidaten aufzustellen. Mit seinem Statement, Ellwangen wolle doch etwas Besonderes sein, warum also nicht auch mit der doppelten unechten Teilortswahl, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Auch Schieles Vorschlag, doppelt unecht, also doppelt negativ, sei im Grunde positiv, kam gut an.

Die Sitzung fand im Eggenroter Feuerwehrgerätehaus statt. Den Anbau, der als Carport dienen soll, hat die Feuerwehr in Eigenleistung fertiggestellt. Das Tor, so Abteilungskommandant Martin Gantner, werde diese Woche geliefert. Zwei Brandschutztüren müssen noch installiert werden. Für den Einsatz gab es viel Lob und vom Ortsvorsteher einen Kasten Bier.

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