Feierte jetzt ihr 50-jähriges Bestehen: die Pfahlheimer Kegelgruppe „Edelweiß“.
Feierte jetzt ihr 50-jähriges Bestehen: die Pfahlheimer Kegelgruppe „Edelweiß“. (Foto: Kegelgruppe Edelweiß)
Redakteurin Virngrund

In Pfahlheim halten sie seit 50 Jahren wacker die Kegelfahne hoch: die Mitglieder der Gruppe „Edelweiß“. Die Häfte der Runde ist mittlerweile über 80 Jahre alt. Ans Aufhören denken die Senior-Kegler trotzdem noch lange nicht. Sie kegeln stattdessen mit einer Kegelhilfe – Marke Eigenbau – munter weiter.

Gegründet hat sich die fröhliche Truppe im Jahr 1967, jenem Jahr, in dem die Pfahlheimer Kastellhalle fertiggestellt wurde. Auf Drängen der Pfahlheimer Hobbykegler wurde die Halle damals mit einer Kegelbahn ausgestattet. Und weil die Hobbykegler – damals war es noch eine reine Männerrunde – beim Bau der Halle tatkräftig mitanpackten, durften sie seit dem Jahr am heiß begehrten Freitag zum Kegeln auf die Bahn.

Wie es sich für echte deutsche Freizeitkegler gehört, stand für die Pfahlheimer natürlich nicht unbedingt die sportliche Betätigung und schon gar nicht der Wettkampf im Mittelpunkt. Vielmehr ging es den „Edelweißlern“ um die Geselligkeit und den Spaß. Weshalb man sich auch nicht allein auf das Kegeln beschränkte. Es wurde gereist, anfangs ging es zum Bergwandern – natürlich nach Tirol. Stichwort „Edelweiß“! Als Bergführer fungierte damals der Kegelbruder Karl Raich, ein gebürtiger Tiroler.

Nachdem ab 1990 dann auch Frauen in der Gruppe mitmischen durften, wurden die Reiseziele deutlich exklusiver. Unter anderem ging es nach Monaco. Und auch eine Mittelmeerkreuzfahrt stand mal auf dem Jahresprogramm. Daneben engagierten sich die Kegler aber auch im Dorf. Sie sorgten zum Beispiel dafür, dass seit 1974 wieder ein Maibaum in Pfahlheim aufgestellt wurde, verschönerten die Ortschaft mit Sitzbänken und einem Holzsteg über den Sonnenbach, halfen bei der Erweiterung der Kastellhalle mit, verkauften beim Pfahlheimer Faschingsumzug Würstchen und organisierten ein Sommerfest mit „Kesselbetrieb“.

Mittlerweile wird mit Kegelhilfe gekegelt

Mittlerweile lassen es die ergrauten Pfahlheimer Kegler etwas ruhiger angehen. Da es bei dem einen oder anderen im Rücken zwickt und die Kugel nicht mehr ganz so leicht von der Hand geht, konstruierte Kegelbruder und Heizungsinstallateur Sepp Kunzl 2003 eine Kegelhilfe, mit der mittlerweile alle Mitglieder an die Bahn treten und seither übrigens stets eine ungewöhnlich hohe Trefferzahl erreichen. Da kommt doch Freude auf...

Ebenso wie zuletzt bei der Ausfahrt zum 50. Jubiläum, die die Gruppe nach Köln und Koblenz führte. In Gedanken mit dabei waren auch die vier bereits verstorbenen Edelweißler Franz Wenzel, Emma Seckler, Klaus Grimmeisen und Karl Raich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen