Wie die Kelten mit dem Tod lebten

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Grabbeigaben wie diese Goldfibel aus der Heuneburg geben Aufschluss über das Leben der Kelten. (Foto: Franziska Kraufmann/dpa)
Bernhard Hampp

Der Tod und wie die Kelten mit ihm umgegangen sind: Darum dreht sich das vierte Bopfinger Keltenkolloqium am 23. November. Unter Federführung der Stadt Bopfingen, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, des Landesamtes für Denkmalpflege und des Fördervereins Keltischer Fürstensitz Ipf geben Fachleute in der Schranne im alten Rathaus einen Einblick in alte Zeiten und allerneueste Forschungsergebnisse.

„Das Keltenkolloquium richtet sich in erster Linie an interessierte Bürger“, sagt Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Bei den vergangenen Ausgaben der Vortragsveranstaltung seien viele Besucher aus dem Ries, aber auch Keltenfreunde aus Stuttgart gekommen. Für Bühler gehört das Keltenkolloquium im zweijährigen Turnus fest zum „Dreiklang Bopfingen, Ipf und Kelten“ – wie er es formuliert. Dazu passe auch das Freilichtmuseum, das die Stadt demnächst am Fuß des einstigen keltischen Machtzentrums Ipf anlegen wird. Auch das städtische Museum im Seelhaus soll dem Berg nach Bühlers Willen einen eigenen Raum widmen. Von einem monothematischen Keltenmuseum in Bopfingen – entsprechend dem Ellwanger Alamannenmuseum - hält Bühler hingegen nichts. „Das ist nicht unser Weg“, sagt er.

Dieter Kiem, Vorsitzender des Keltenvereins, sieht das Kolloqium als hervorragende Möglichkeit, keltische Geschichte in der Region rund um den Ipf im Bewusstsein zu halten. Das diesjährige Thema Tod, ergänzt er, passe zudem gut in den Veranstaltungsmonat November. Felix Sutschek, Kulturbeauftragter der Stadt Bopfingen, fügt hinzu, dass die meisten Zeugnisse, die heute Aufschluss über die Keltenzeit geben, mit Gräbern und Begräbnissen zu tun haben. Dabei zeichne sich das Keltenkolloquium dadurch aus, dass nicht der Ipf alleine im Mittelpunkt stehe, sondern die Kultur und das Leben der Kelten in allen Facetten und in allen Regionen beleuchtet würden.

Den ersten Vortrag der Veranstaltung von 14 bis 18 Uhr hält Gerd Stegmaier vom Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen: „Rituale der Gewalt: Spätlatènzeitliche Opferpraktiken und deren Bedeutung für die keltische Gesellschaft des 3. bis 1. Jahrhunderts vor Christus“, lautet sein Thema. Prof. Dirk Krausse vom Landesamt für Denkmalpflege stellt „Die monumentalen Großgrabhügel der Heuneburg und das neue Prunkgrab von der Bettelbühl-Nekropole“ vor. Prof. Susanne Sievers vom Deutschen Archäologischen Institut in Frankfurt referiert „Zum Umgang mit menschlichen Überresten in Manching“. Den Abschluss bildet der Vortrag von Rüdiger Krause, Professor an der Frankfurter Uni: „Der hallstattzeitliche Ipf und seine Bestattungsplätze“.

Um Anmeldung wird gebeten: Felix Sutschek, Stadt Bopfingen, Telefon 07362-801-26. E-Mail: .

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