Theater Nördlingen spielt „Nathan der Weise“

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Peter Kremer, bekannt aus verschiedenen TV-Serien, spielt die Hauptrolle.
Peter Kremer, bekannt aus verschiedenen TV-Serien, spielt die Hauptrolle. (Foto: Theater)
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Das Stück der Stunde, wenn man die nach wie vor ungelösten religiösen Konflikte unserer Zeit sieht, steht am Dienstag, 6. November, auf dem Spielplan des städtischen Theaterprogramms. „Nathan der Weise", ein Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing gespielt. Mit großer Weitsicht beschreibt Lessing nicht nur den sinnlosen Alleinvertretungsanspruch der drei monotheistischen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam, er bietet auch eine kluge Lösung an. Die Handlung spielt nicht zufällig im Jerusalem der Zeit des dritten Kreuzzuges. An jenem heiligen Ort, den jede der Religionen für sich reklamierte.

Sultan Saladin stellt dem jüdischen Kaufmann Nathan die Frage, welche der drei Religionen dieser für die Wahre halte. Nathan antwortet mit der berühmten Ringparabel. Darin geht es um eine alte Tradition in einer Familie, nach der der Vater einen besonderen Ring jeweils seinem liebsten Sohn vererben soll. Nun tritt der Fall ein, dass ein Vater seine drei Söhne alle gleich liebt. Er lässt zwei perfekte Kopien des Ringes anfertigen, und so erbt jeder Sohn einen Ring. Die Söhne streiten sich, wer nun den echten Ring habe. Ein Richter trägt jedem von ihnen auf, so zu leben, als wäre sein Ring der Echte und nach langer Zeit wiederzukommen.

Der bis heute gültige Kern von Lessings Botschaft wird als eines der besten Theaterstücke über ein friedliches Zusammenleben von Christen, Juden und Moslems angesehen.

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