Stadtverwaltung unterrichtet die Oberdorfer über den Stand des Breitbandausbaus

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 Die Bürger des Bopfinger Teilorts Oberdorf hatten viele Fragen zum Breitbandausbau.
Die Bürger des Bopfinger Teilorts Oberdorf hatten viele Fragen zum Breitbandausbau. (Foto: Jan Woitas/dpa)
Jürgen Blankenhorn

Bei der Ortschaftsratssitzung in Oberdorf hat die Stadt Bopfingen über den aktuellen Stand der Breitbanderschließung in der Ortschaft informiert. Dieser hätte laut Planungen im Oktober beginnen sollen.

In seinem Vorwort prangerte Ortsvorsteher Martin Stempfle die Versäumnisse der Bundes- und Landesregierungen an, die den Ausbau auf die Kommunen abwälzten. Auch der erste Beigeordnete der Stadt, Andreas Rief, nannte die Abwälzung des aufwendigen und teuren Ausbaus auf die Kommunen sowie ständig wechselnde Vorgaben und Förderrichtlinien als große Hemmnisse einer großflächigen Breitbanderschließung. Während bis dato nur eine Landesförderung mit einer Förderquote von maximal 40 Prozent der Kosten möglich gewesen sei, habe jetzt der Bund ein Förderprogramm aufgelegt, bei dem zwischen 85 bis 90 Prozent der Kosten gefördert würden.

Bopfingen will auf Bundesförderung umschwenken

Aufgrund der höheren Förderung und der besseren Erschließung habe sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, die Bundesförderung in Anspruch zu nehmen. Die Kosten hierfür sollen ins Bauprogramm 2020 aufgenommen werden. Da sich mit der Bundesförderung auch die Förderrichtlinien geändert haben, müssen auch die bisherigen Planungen überarbeitet werden. Außerdem gebe es diese Förderung nur für sogenannte weiße Flecken, zu denen Oberdorf gehöre.

Eine weitere Maßgabe sei, dass Bopfingen innerhalb von fünf Jahren alle Teilgemeinden und Gehöfte mit FTTB (Fiber to the Building, gemeint ist die Anbindung mit Glasfaserleitungen bis direkt ans Gebäude) erschlossen haben muss. Dann seien, wie in Unterriffingen gemessen, Übertragungsraten von bis zu 293 Megabit pro Sekunde möglich.

Eine weitere Vorgabe für die Bundesförderung sei eine umfangreiche Markterkundung, so der Leiter des Tiefbauamts, Klaus Böhm. Durch die achtwöchige Markterkundung und Neuplanung käme es zu der zeitlichen Verzögerung.

Um nach der Markterkundung möglichst schnell agieren zu können, würde die Stadt Bopfingen aktuell bereits die Förderanträge vorbereiten. Als weiteres Problem nannte er das Recht der bestehenden Netzanbieter, etwa der Telekom, einzelne Gebiete sperren zu lassen und über FTTC (Fiber to the Curb, also Anbindung bis zum Straßenrand) über die bestehenden Verteilerkästen zu erschließen. Durch diesen Ausbau über das sogenannte Vectoring-Verfahren sei aktuell nur eine maximale Übertragungsrate von maximal 50 Megabit, später 100 Megabit pro Sekunde zu erreichen.

Da Oberdorf auf der Prioritätsstufe 1 stehe, würde die Teilgemeinde ab 2020 als erste an das Breitband angeschlossen werden, sicherten die Vertreter der Stadt den Bürgern zu. Die offenen Worte beruhigten die Anwesenden und sorgten für Verständnis gegenüber der Verwaltung.

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