Sie machen den Weg frei

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Heinz Hubel (links) und Wolfgang Fuksa, die Wegewarte des Schwäbischen Albvereins Bopfingen, befestigen bei Dehlingen ein Schild (Foto: Bernhard Hampp)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Bopfingen-Ries

Im weißen Kastenwagen holpern Heinz Hubel und Wolfgang Fuksa durch den Wald. Das Tempo ist gemächlich, alle 250 Meter kommt der Wagen fast zum Stehen. Zwei geübte Blicke, ein kurzer Check: Das Wanderschild hängt an der richtigen Stelle, ist weder abgerissen noch verschmutzt oder zugewachsen. Die beiden Wegewarte der Ortsgruppe Bopfingen im Schwäbischen Albverein haben in der Woche vor Ostern ihre erste Kontrollfahrt unternommen – rechtzeitig zum Start der Wandersaison.

Der Bopfinger Albverein betreut 21 Kilometer des insgesamt 365 Kilometer langen Schwäbische-Alb-Nordrandwegs. Seine Zuständigkeit reicht von Schweindorf über den Ohrengipfel und Flochberg zum Bopfinger Bahnhof und vor dort über Sandberg und Egerursprung bis zum Schönen Stein kurz vor Lauchheim. Außerdem sind Fuksa und Hubel mit ihren Vereinskollegen für 61 Kilometer Nebenwege und den 22 Kilometer langen Schwedenweg zuständig. Letzterer liegt eigentlich in der Verantwortung der Stadt Bopfingen, wird aber vom Albverein gepflegt: „Dafür überlässt uns der städtische Bauhof das Auto und verschiedenes Werkzeug“, sagt Hubel.

Im Kofferraum haben sie Freischneider, Motorsäge, Hammer, Zangen und Schraubenzieher. Um die Alu-Wegweiser auf Querhölzern an Baumstämmen zu befestigen, benutzen die Wegewarte Aluminiumnägel: „Die sind weich und verursachen keine Probleme im Sägewerk, sollte der Baum einmal gefällt werden“, erklärt Fuksa. Neu annageln müssen die beiden die Wegweiser nur selten: Wenn Befestigungspfähle morsch sind, Bäume vom Sturm umgeworfen oder abgeholzt wurden. Hubel: „Die Waldarbeiter sind sehr hilfsbereit und befestigen die Schilder behelfsmäßig anderweitig, wenn sie den entsprechenden Baum gefällt haben.“ Am liebsten suchen sich Hubel und Fuksa für ihre Wegweiser verkrüppelte Bäume oder Totholz, um wertvolle Stämme nicht zu beschädigen. Innerorts finden sich die Wegweiser – das rote Dreieck für den Schwäbische-Alb-Nordrandweg, die rote Gabel für die Nebenwege und das Rieskrater-Symbol für den Schwedenweg vom Sandberg bis Schmähingen – oft auch an Gartenzäunen, an Leitplanken oder unter Verkehrsschildern. „Manchmal müssen wir auch mit Grundbesitzern diskutieren“, schmunzelt Hubel.

Vandalen oder Souvenirjäger, die die Beschilderungen mutwillig zerstören, gibt es im Bopfinger Bereich kaum. Probleme macht eher die Natur: Wenn ein Hinweisschild so eingewachsen ist, dass es die Wanderer nicht mehr entdecken, müssen die Wegewarte zur Heckenschere oder schwererem Gerät greifen. Bei einer zweiten Wegebefahrung im Juni ist deshalb ein städtischer Angestellter dabei: Er bedient das Mulchgerät, das Gras, Gestrüpp und Zweige gleich an Ort und Stelle kleinhäckselt. Ehrensache, dass Hubel und Fuksa auch wild abgelagerten Müll vom Weg und den Plätzen um die Hinweistafeln räumen. Wo der Weg matschig und schwer befahrbar ist, setzen die beiden die Kontrolltour zu Fuß fort. Ein anstrengender Tag, nach dem die Wandersaison beginnen kann.

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