Schlossgeschichte(n)

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Bei den Sonderführungen durch Schloss Baldern herrschte am Sonntag gewaltiger Andrang.
Bei den Sonderführungen durch Schloss Baldern herrschte am Sonntag gewaltiger Andrang. (Foto: Blankenhorn)

Anlässlich des Internationalen Museumstags hat das Haus Oettingen-Wallerstein erstmals in exklusiven Sonderführungen Kellerräume und Dachböden von Schloss Baldern öffentlich gezeigt. Das Angebot stieß am vergangenen Sonntag auf ein gigantisches Publikumsinteresse.

Es gilt als ein Meisterwerk barocker Baukunst: Schloss Baldern. Vor 300 Jahren hatte Graf Kraft Anton Wilhelm zu Oettingen-Baldern den Auftrag erteilt, die ehemalige staufische Burg Hohenbaldern zu einem repräsentativen Schloss umzubauen. Und das wollten sich am vergangenen Sonntag Heerscharen von Besuchern bei den Sonderführungen „Vom Keller bis zum Dachboden“ genauer anschauen. Im 15-Minuten-Takt wurden die Leute durch das Schloß gelotst, trotzdem gab es angesichts des Ansturms hin und wieder auch Wartezeiten.

Aber Dank der engagierten Schlossführer wurden die geduldigen Besucher dann wirklich mehr als belohnt. Es wurden viele spannende Einblicke in die lange Geschichte des Schlosses und ihrer einstigen Bewohner gewährt. Zur Verdeutlichung wurden die Räume, Vorräume oder Flure liebevoll mit zeitgenössischen Gegenständen und Möbeln dekoriert. So erfuhr man zum Beispiel, wie es zu dem geflügelten Wort „hier haben die Wände Ohren“ kam, oder wieso die Dienstbotentreppe Löcher ziert, in denen Glasröhren eingelassen sind.

Optisch ein Schloss, baulich noch eine Burg: Diesen Spagat schafften damals die beauftragten Baumeister und Architekten – gut zu sehen im Kellergewölbe und dessen imposanten, bis zu drei Meter dicken Mauern und den massiven Eichenbalken, die schon zu Zeiten der Burg eingezogen waren.

In der ehemaligen Dürnitz, dem beheizbaren Wohn- und Gemeinschaftsraum der Burg, der den Dienstboten später als Wohn- und Schlafraum diente, bekamen die Besucher der Führungen ein Gefühl dafür, wie die Menschen hier früher lebten.

Über enge, steile Stiegen, lange schmale Gänge und durch eine bestens getarnte Türe ging es bei den Führungen dann weiter auf den Pfaden der Dienstboten in die lichtdurchfluteten und hohen Räume der Schlossherren. Und auch hier gab es viel Interessantes zu entdecken. Angefangen bei der Halterung für den repräsentativen, 300 Kilogramm schweren Kronleuchter des Speisesaals bis hin zum Uhrwerk im Glockenturm. Zu jedem der zahlreichen angesteuerten Haltepunkte hatten Michaela Schenker und die anderen Schlossführer neben viel geschichtlichem Fachwissen auch kleine Anekdoten parat. Am Ende dieser absolut lohnenswerten Führung wartete dann noch der große Festsaal mit seinem herrlichen Panoramablick auf die Besucher.

Es bleibt abzuwarten mit welcher Sonderführung die Besucher am nächsten Museumstag überrascht werden. Die Teilnahme an der Führung „Vom Keller bis zum Dachboden“ dürfte am Sonntag auf jeden Fall keiner der Besucher bereut haben.

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