Neuer Kammerchor Heidenheim überzeugt beim Benefizkonzert

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 Der Neue Heidenheimer Kammerchor hat in Bopfingen ein Benefizkonzert gegeben. Bei der Zugabe wurden Hedwig (Zweite von links) u
Der Neue Heidenheimer Kammerchor hat in Bopfingen ein Benefizkonzert gegeben. Bei der Zugabe wurden Hedwig (Zweite von links) und Ehrenbürger Gregor Stempfle (Vierter von links) mit auf die Bühne geholt. (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

Die Katholische Pfarrkirche Sankt Josef in Bopfingen ist am Samstagabend beim Benefizkonzert bis auf den letzten Platz besetzt gewesen. Zu diesem hat Ehrenbürger Gregor Stempfle an seinem 80. Geburtstag eingeladen, die Sachkosten übernommen und die Besucher um eine Spende für das Inklusionsprojekt des Fördervereins der Musikschule Bopfingen gebeten.

Freude erfülle ihn, sagte Gregor Stempfle, als er beim Benefizkonzert die Ehrengäste begrüßte. Unter ihnen war auch Bürgermeister Gunter Bühler, dem er für die Unterstützung des Konzerts dankte. Als Ehrenbürger der Stadt wollte er zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule Bopfingen für deren inklusives Musikprojekt etwas tun, „denn diese Menschen brauchen unsere Hilfe.“

Der Leiter des Neuen Kammerchors Heidenheim, Thomas Kammel, eröffnete das Konzert mit Anton Bruckners „Locus iste“, einem dem Gotteshaus würdigen Introitus, in dem jugendliche Stimmen a-capella in lateinischer Sprache vermittelten, „das ist der Ort, an dem Gott ganz nahe ist.“ Er habe einen bunten Melodienstrauß zum Geburtstag ausgewählt, sagte Thomas Kammel und erklärte in seiner Moderation auch Hintergründe zu den Stücken. „The Lord Bless You and Keep You“ (Gott segne Dich und führe dich) erklang als frommer Geburtstagswunsch. Der Ulmer Pianist Hannes Kalbrecht, dessen Virtuosität mehrere Male zum Ausdruck kam, begleitete die Sänger. Das stach besonders in der Hommage an die Heimat, einer anspruchsvollen Vertonung des Volksliedes „Kein schöner Land“ von Sören Gieseler, hervor.

Die 18 vorgetragenen Titel der klassischen Kirchenmusik und Spirituals waren von internationalen Komponisten geschrieben, darunter das „Ave Verum“ von Edvard Grieg und „Lux Aurumque“ von Eric Whitacre. Hier trugen die Sopranistinnen in hohen, lang gehaltenen Tönen den „unfassbaren Lichtstrahl“ und sein breites, noch unerforschtes Spektrum kam in chromatischen Umschreibungen der anderen Stimmen zum Ausdruck. Ein Höhepunkt des Konzerts war „Immortal Bach“, eine Komposition für Tonstudien des Norwegers Knut Nystedt. „Komm süßer Tod, komm sel’ge Ruh, komm führ mich in Fried“, machte auch die Passionszeit und die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit allen Menschenwerkens bewusst, ohne die Stimmung zu drücken.

Fetziger wurde es mit Pop- und Jazztiteln, mit denen die Jugendlichen erst kürzlich beim internationalen Chorwettbewerb im Maastricht Bestplatzierungen erzielt haben. Da hielten sich die Besucher nicht mehr an die Bitte des Chorleiters, mit ihrem Applaus bis auf den Schluss zu warten. Das steigerte sich noch, als zur Zugabe Hedwig und Gregor Stempfle von den jungen Sängerinnen und Sängern auf die Bühne geholt wurden.

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