Nach Messerangriff: Täter hätte Deutschland verlassen müssen

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29.03.2019, Bayern, Donauwörth: Markierungen der Polizei liegen nach einer Messerstecherei neben einem Auto auf der Strasse. Ein
29.03.2019, Bayern, Donauwörth: Markierungen der Polizei liegen nach einer Messerstecherei neben einem Auto auf der Strasse. Ein Mann hat ein Ehepaar mit einem Messer angegriffen und Lebensbedrohlich verletzt. (Foto: Matthias Stark)
Barbara Wild

Fünf Tage ist es her, dass ein 33-Jähriger scheinbar grundlos auf ein benachbartes Ehepaar im Innenhof eines Mehrfamilienhauses in der Donauwörther Bahnhofsstraße eingestochen hat und den Mann tödlich verletzte. Jetzt werden immer mehr Details über den Schwarzafrikaner aus Guinea bekannt.

Der Mann war nach Informationen der „Rieser Nachrichten“ im Jahr 2001 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen und hatte seitdem mehrfach Kontakt mit den Behörden. Er sei auffällig gewesen, heißt es von den Verantwortlichen.

In Donauwörth beantragte der damals 15-Jährige Asyl, was abgelehnt wurde. Allerdings reiste er nicht aus. Später erhielt er eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, weil er Vater wurde und seine insgesamt drei Kinder per Geburt eine Aufenthaltsgenehmigung hatten. So durfte auch der 33-Jährige in Deutschland bleiben und hier arbeiten. Das tat er zuletzt als Lagerarbeiter bei einem großen regionalen Unternehmen.

Ehefrau wird noch im Krankenhaus behandelt

Zum Zeitpunkt der Tat hatte er diese Tätigkeit beendet. Nachdem er im November 2018 den Führerschein abgeben musste, war er wohl krankgeschrieben. Danach sei er nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Arbeitslosengeld hat er laut den „Rieser Nachrichten“nicht erhalten.

Nachdem der Mann zu seinen Kindern wohl keinen Kontakt mehr pflegte, wurde die Erlaubnis für seinen Aufenthalt in Deutschland beendet. Am 21. Februar 2019 erhielt er die schriftliche Mitteilung, dass er das Land verlassen soll. Ein Abschiebung war allerdings nicht möglich, da der Mann keine gültigen Ausreisepapiere besitzt.

Warum der 33-jährige Schwarzafrikaner an jenem Freitagmorgen so ausrastete und den Familienvater Venkatarama P. mit zahlreichen Messerstichen tötete, ist nach wie vor unklar. Die Ehefrau Samita B. wird nach wie vor im Krankenhaus behandelt.

Beide lebten nach Berichten der Indian Times seit 18 Jahren in Deutschland und hatten sich während des Studiums kennengelernt. Er arbeitet als Ingenieur bei Airbus Helicopters in Donauwörth, die Ehefrau hatte einen Master in Kunst.

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