Lastwagen auf den Schättere-Gleisen

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Weil die Strecke so schön eben ist, hat die Firma Zweiweg International ihren straßen- und schienentauglichen Lastwagen auf der
Weil die Strecke so schön eben ist, hat die Firma Zweiweg International ihren straßen- und schienentauglichen Lastwagen auf der Schättere-Trasse zwischen Steinmühle und Sägmühle gestetet. (Foto: Ranger)
Aalener Nachrichten

Auf den Gleisen der Härtsfeld-Museumsbahn haben Erprobungsfahrten mit einem weiß lackierten Lastwagen stattgefunden. Das Fahrzeug hat in dieser Zeit 700 Kilometer anstandslos zurückgelegt.

Das ungewöhnliche Fahrzeug wurde von der Firma Zweiweg International für Kunden aus Schwellenländern entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Prototypen eines straßen- und schienentauglichen Lastwagens mit mechanischem Fahrantrieb der Schienenräder.

Etwa 200 solcher Fahrzeuge sind aktuell für Südafrika vorgesehen. Sie bestehen aus einem spartanisch ausgestatteten Serienfahrzeug des Herstellers Isuzu. Dieser robuste Typ wurde gewählt, damit im harten Einsatz möglichst keine Schäden auftreten. Die Montage der Fahrzeuge soll vor Ort erfolgen. Die dortige Spurweite beträgt 1067 Millimeter, ein in Deutschland nicht angewandtes Maß. Für die Probefahrten mussten deshalb eigens die Radsätze auf die Spurweite von 1000 Millimeter angepasst werden.

Die Herstellerfirma sitzt in Leichlingen bei Köln. Da der Projektleiter, Michael Kübler, im Raum Crailsheim wohnt, kam er auf die Idee, den Lastwagen auf den Gleisen der Härtsfeld-Museumsbahn zu testen. Mit ausgiebigen Probefahrten sollte die Zuverlässigkeit des System als Ganzes und des mechanischen Antriebsstranges im Besonderen getestet werden. Hauptsächlich ging es um die Erprobung des Antriebs beim Beschleunigen bis etwa Tempo 60 und bei Fahrten mit Tempo 60. Der etwa 1,5 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Steinmühle und Sägmühle im Egautal bot gute Voraussetzungen, denn er ist nahezu eben.

Mit einem Lotsen über die Bahnübergänge

Von Neresheim ging es mit einem Lotsen über eigens gesicherte Bahnübergänge in das Egautal hinab. Wesentliche Mängel traten bei den Erprobungsfahrten nicht auf. Allerdings gab es mehrere Anfragen, schließlich ist ein Lastwagen auf Schienen kein alltäglicher Anblick.

Mit diesen Probefahrten wurde ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Härtsfeldbahn fortgeschrieben. Zwischen 1954 und 1969 fanden mehrfach solche Erprobungen mit Fahrzeugen verschiedener Hersteller statt. Die Härtsfeldbahn war dafür geradezu ideal. Am Albaufstieg bei Aalen konnte das Verhalten der Fahrzeuge in Steigungen und engen Kurven erprobt werden. Auf den geraden Streckenabschnitten im Donauried waren Schnellfahrten möglich.

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