Knapp 2000 Follower in einem Jahr - Rieserin teilt ihre Leidenschaft bei Instagram

Lesedauer: 6 Min
Frau fotografiert Seite eines Buches mit ihrem Smartphone
Theresa Ulbricht, Instagram Kulturmadame Nördlingen (Foto: Katharina von Studnitz)
Anja Ringel

Sie ist schon immer gerne in Museen gegangen und hat Ausstellungen besucht. Ihre Leidenschaft für Kultur teilt Theresa Ulbricht nun seit einem Jahr mit fast 2000 Followern auf Instagram. Dort heißt sie „Kulturmadame“ und schreibt über Themen wie Hochzeit und Feminismus, den julianischen Kalender oder den Geburtstagskuchen. Die 26-Jährige spricht in ihren Beiträgen aber auch regionale Ereignisse wie das Blasiusfestival oder das Freilichttheater in der Alten Bastei an.

Sie wolle mit ihrem Account einen Mehrwert bieten, sagt Ulbricht. Es habe sie genervt, dass sie viel Zeit auf Instagram verbringe, es jedoch meistens nur Posts zu den immer gleichen Themen wie zum Beispiel Mode gebe. Diese Beiträge hätten natürlich auch ihre Berechtigung, betont sie. Aber es sei schön, wenn die App auch für andere Bereiche genutzt werde.

Ihren Instagram-Account sehe sie als Projekt beziehungsweise Experiment, das ab Herbst auch ein Thema ihrer Promotionsarbeit sein soll. Ulbricht studiert in Augsburg Kulturgeschichte. Aufgewachsen ist sie in Fremdingen, inzwischen wohnt sie zusammen mit ihrem Verlobten und ihrem eineinhalbjährigen Sohn in Nördlingen.

Rund eine Stunde für einen Post

Während ihres Studiums habe sie auch erstmals verschiedene Definitionen von Kultur kennengelernt. Bei „Kulturmadame“ hat sie sich für den offenen Kulturbegriff entschieden. Das heißt, sie möchte das Alltägliche der Kultur herausstellen.

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Heute geht’s ums Lesen 📖 Wo sind die Leseratten hier? 📚😊 ⠀ Lesen ist für mich - abschalten, entspannen, in eine andere Welt eintauchen✨🤩 Dabei merke ich, dass ich immer stimmungsabhängig lese. Natürlich viel für mein Studium oder aus wissenschaftlichem Interesse, aber vor mir ist eigentlich kein Genre sicher.😃 Egal ob Literaturpreis-Gewinner, historische Romane, Thriller oder die Strand-Romantikkomödie - ich finde, es gibt für jede Zeit das richtige Buch.☺️ ⠀ Lesen ist aber nicht nur Vergnügen, sondern auch im Alltag unerlässlich: Bedienungsanleitungen, Straßenschilder - zu Orientierung müssen wir lesen.🧐 Wir nehmen also täglich schriftlich festgehaltene Gedanken auf und versuchen, sie zu verstehen.😊 ⠀ Dabei ist es ja noch gar nicht so lange her, dass wir überhaupt lesen lernen durften. Im Mittelalter war das nämlich höchstens den männlichen Adelssöhnen und dem Klerus vorbehalten👓 - ebenso übrigens das Schreiben.🖊 Den adeligen Damen wurde höchstens zur Erbauung vorgelesenen. Abends, in trauter Runde und am besten aus der Bibel.🙌🏼😉 ⠀ Während um 1700 meist nur Fürsten, Geistliche und deren Beamte lesen konnten, waren es 1750 auch Bürgersfamilien und einige Handwerker. Aufgrund wirtschaftlicher Weiterentwicklungen stieg die Notwendigkeit schriftliche Nachrichten weitergeben zu können, statt der rein mündlichen Weitergabe, die bis dahin gängig war.🙌🏼 Wobei auch hier anzumerken ist, dass wenig bis keine Zeit zum privaten Lesen war und oft immer noch einfach laut vorgelesen wurde. ⠀ Eine Schlüsselrolle spielt das 18. Jh.. In dessen Beginn wurden ersten Zeitungen gedruckt und einiger Reformer waren bestrebt, das Lesen für die breite (Bürger-)Masse populär zu machen. Die unteren Schichten wurden allerdings vergessen: es war ja notwendig, dass alle die fürstlichen Aushänge, etc. lesen konnten.😉 ⠀ #lesen #lesenmachtglücklich #lesenlesenlesen #lesenistschön #leseratte #leseliebe #lesemonat #leser #kulturgeschichte #kulturell #kulturbloggerin #kultur Ein Beitrag geteilt von Theresa Ulbricht (@kulturmadame) am Jul 17, 2019 um 12:02 PDT

Bevor sie mit ihrem Account begonnen hat, hat die 26-Jährige erst einmal einen Instagram-Kurs belegt. Sie habe die App zwar davor privat genutzt, ihr sei aber zum Beispiel nicht klar gewesen, wie wichtig die Hashtags – also Markierungen – sind. Inzwischen veröffentlicht Ulbricht jeden Tag um 21 Uhr einen Beitrag. Ein bis eineinhalb Stunden benötige sie, bis der Post fertig ist, erzählt die 26-Jährige. Die Zeit, sich in die Themen einzuarbeiten, sei da nicht mit eingerechnet. Sie empfinde die Recherche nicht als Arbeit, erklärt Ulbricht.

Zu Beginn war „Kulturmadame“ noch ein Hobby für die Rieserin. Momentan wandelt sich das. Seit rund drei Monaten erhalte sie immer öfter Kooperationsanfragen, sagt Ulbricht. Ein Museum habe zum Beispiel angefragt, ob sie über die neue Ausstellung berichten könne. Wenn das Angebot passt, werde sie mit Partnern zusammenarbeiten. Denn es mache ihr ja Spaß, auf Ausstellungen zu gehen.

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Hochzeit und Feminismus - geht das denn?🤔 Die Zuspitzung aus der Story heute hier als Diskussionsfrage.😊 ⠀ Seit gestern sind Christophe und ich👫 in Österreich🇦🇹 in unserer Hochzeitslocation zu Besuch, um zu Planen und die Sache mit der Hochzeit👰🏻 auch ein wenig zu genießen. Probeessen, Weinprobe und ein paar Torten🧁 versuchen😍 ⠀ Gar nicht so einfach, wenn man parallel dazu in der Uni Seminare hat, die sich mit der Dekonstruktion von Hochzeit 🎩 beschäftigen.😅 Eine These, der beiden Wissenschaftlerinnen🥼 Andrea Bührmann und Ulrike Thiele-Manjali ist dabei besonders diskutiert worden. Sie sind der Meinung, dass ein Paar sowohl bei der Planung, als auch bei der Hochzeit selbst, meist automatisch in ein hierarchisches und traditionelles Rollenverständnis zurückfällt. Quasi die Frau als hysterische und emotionalisierte Braut, der die gesamte Planung zufällt und der Mann als rationaler und durchsetzungsfähige Partner, der sich maximal um Hochzeitsauto und Finanzen kümmert.🧐 ⠀ Habe die These direkt zum Anlass genommen, mich in einem Essay näher mit der Thematik Hochzeit und Feminismus zu beschäftigen.😁 Wie seht ihr das denn? Habt Ihr Beispiele, die die These stützen oder widerlegen? ⠀ #hochzeitswahn #hochzeit2019 #hochzeitsdeko #hochzeitsblog #hochzeitundfeminismus #feminismus #kulturgeschichte #kulturell #kulturbloggerin #kultur #instakultur #kulturbildet Ein Beitrag geteilt von Theresa Ulbricht (@kulturmadame) am Aug 3, 2019 um 12:07 PDT

„Ich werde dann quasi für mein Hobby bezahlt“, sagt sie. Ulbricht stellt aber auch klar, dass sie keine reinen Werbeposts veröffentlichen und ihre Authentizität bewahren wolle. Ihr Instagram-Account hat ihr außerdem auch einen Fernsehauftritt verschafft: Produzenten des SWR haben einen Post von ihr gesehen, auf dem ihre Oma, ihre Mutter und sie zu sehen waren und gefragt, ob sie nicht Lust auf eine Zusammenarbeit hätte. Im Juli waren Ulbricht und ihre Großmutter dann in „Oma kocht am besten“ zu sehen.

In Zukunft möchte Ulbricht weiter mit ihrem Account wachsen und zum Beispiel auch Videos veröffentlichen. Dafür fehle ihr momentan aber die Zeit. Ihr Masterstudium habe Priorität, erklärt sie. Ein anderes Projekt wird sie demnächst aber veröffentlichen und zwar ihren eigenen Blog. Im Herbst ist sie dann auch offline unterwegs: Die 26-Jährige wird am 26. September bei der Rieser Volkshochschule einen Vortrag zum Thema „Vom Minnesang bis Tinder-Liebe und Dating im Wandel der Zeit“ halten.

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