Freundschaft besteht Herausforderungen

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(Foto: Lella)

Partnerschaftliche Verbindungen mit New York hat jetzt das Ostalb-Gymnasium Bopfingen. Am zweiten Februarwochenende besuchte eine US-amerikanische Delegation, bestehend aus Nachfahren der jüdischen Familie Heimann aus Oberdorf, einem Rabbiner und sechs Schülerinnen und Schülern aus New York, die Stadt am Ipf.

Die amerikanischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden sehr herzlich in den Familien von gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern des Ostalb-Gymnasiums aufgenommen.

Der Besuch, der von der Deutsch-Amerikanerin Elisabeth Prial, Tochter von Carl Heimann aus Oberdorf, dem Trägerverein der ehemaligen Synagoge Oberdorf und dem Ostalb-Gymnasium Bopfingen initiiert, organisiert und finanziert wurde, sollte ein Begegnung zwischen deutschen und amerikanischen Jugendlichen ermöglichen.

Am Freitagabend wurde gemeinsam in der Synagoge Oberdorf der erste jüdische Gottesdienst seit 75 Jahren in einer Atmosphäre von Harmonie und beginnender Freundschaft gefeiert (wir berichteten).

Auf dem Programm standen die Besichtigung des jüdischen Friedhofs in Oberdorf, der ehemaligen Synagoge Pflaumloch und der offizielle Empfang der amerikanischen Gäste im Bopfinger Rathaus durch den Bürgermeister. Am freien Nachmittag herrschte ausgelassene Stimmung bei einer kleinen Wanderung zur Ruine Flochberg und einem Stadtrundgang durch Bopfingen. Am freien Abend fuhr die Gruppe nach Nördlingen.

Besuch in KZ-Gedenkstätte

Der Sonntag stellte die kleine Gruppe vor eine große Herausforderung: Die KZ-Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau sollte besucht werden. „Je näher der Ort kam, desto ruhiger und bedrückter wurde die Stimmung im Bus“, schreiben Philipp Schröppel und Stefan Lella. Nach gut vier Stunden zwischen eiskaltem Wind und undefinierbaren Gefühlen saß die Gruppe wieder im Bus auf dem Heimweg nach Bopfingen. Zurück in der ehemaligen Synagoge in Oberdorf, wurde das Erlebte und Gesehene reflektiert und versucht, in Worte zu fassen. „Die Gedanken und Gefühle wurden sensibel diskutiert und blieben tief in den Köpfen eines jeden verankert“, bemerkte Philipp, einer der Austauschschüler des Ostalb-Gymnasiums.

Der letzte Abend fand mit viel Spaß auf der Kegelbahn einen fröhlichen Abschluss. Einer der amerikanischen Austauschschüler sagte zum Abschied die richtigen Worte: „Das war nur der Anfang – wir sehen uns in New York.“

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