Ermittlungen gegen Geflügelmastbetrieb

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 Ein Haufen Hühnerknochen: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Betrieb gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz verstoßen hat.
Ein Haufen Hühnerknochen: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Betrieb gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz verstoßen hat. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt gegen einen Hähnchenmastbetrieb in der Region wegen möglicher Verstöße bei der Tierhaltung. Geprüft werden unter anderem eine möglicherweise unsachgemäße Handhabung bei der Beseitigung von Kadavern und ein Verstoß gegen den Tierschutz. An den Kadavern haben sich möglicherweise auch andere Tiere infiziert.

Schon seit geraumer Zeit vermuten Stadtverwaltung und Anwohner, dass in dem Betrieb nicht immer alles nach Vorschrift läuft. Anfang August dieses Jahres ist bei den zuständigen Behörden im Landratsamt Ostalbkreis eine Anzeige gegen den Betrieb eingegangen. Die Rede war von unzumutbaren Zuständen bei der Tierhaltung, unsachgemäßer Handhabung bei der Beseitigung von Tierkadavern und diverse Verstöße bei der Tierhaltung. Das zuständige Veterinäramt im Landratsamt hat den Betrieb daraufhin kontrolliert. Zur Sicherung der Beweise wurde auch die Polizei, Abteilung Gewerbe und Umwelt, eingeschaltet, die dem Betrieb ebenfalls einen Besuch abstattete. Diese hat die Sachlage ermittelt und die Ergebnisse zur Überprüfung an die Staatsanwaltschaft in Ellwangen überstellt.

„Wir prüfen gerade den Sachverhalt“, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Armin Burger. Als mögliche Tatbestände kommen der unsachgemäße Umgang mit Abfällen und bei der Beseitigung von Tierkadavern sowie Verstöße gegen den Tierschutz in Frage. „Zum jetzigen Zeitpunkt, können wir aber noch keine konkrete Auskunft geben“, bittet Burger um Verständnis.

Bekannt geworden ist jetzt auch, dass sich womöglich andere Tiere an den Tierkadavern angesteckt haben könnten. Der zuständige Tierarzt wurde zu einer Schafherde gerufen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Geflügelbetrieb befunden hatte. Einige der Tiere waren plötzlich erkrankt. Es wurde ein Befall mit Krankheitserregern festgestellt, der vor allem an toten Tieren entsteht. Neben den strafrechtlichen Aspekten gilt es nun auch von Seiten des Landratsamtes verwaltungsrechtliche Schritte zur Gefahrenabwehr zu prüfen. In dem Geflügelbetrieb werden bis zu 9000 Tiere gehalten.

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