Erleichterung in Bopfingen – aber Sorgen um die Kinderklinik bleiben

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 Bopfinger Fürsprecher der Aalener Kinderklinik, von links: CDU-Stadtverbandsvorsitzender Thomas Trautwein, Zahnarzt Berthold H
Bopfinger Fürsprecher der Aalener Kinderklinik, von links: CDU-Stadtverbandsvorsitzender Thomas Trautwein, Zahnarzt Berthold Herdeg, Kinderarzt Otto Penner mit Unterschriftenliste für den Erhalt der Aalener Kinderklinik, die stellvertretende Bürgermeisterin von Bopfingen, Gisela Knobloch und Allgemeinmediziner und Notarzt Horst Ködermann. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Die Frage nach dem Erhalt der Aalener Kinderklinik hat sich die CDU Bopfingen im Gespräch mit den ansässigen Ärzten in der Stadt gestellt. Mit einem Appell an die Verantwortlichen tritt Bopfingen weiterhin für den Erhalt des Kinderklinikstandortes in Aalen ein.

„Immer mehr Bürger sorgen sich um den Erhalt der Kinderklinik in Aalen“, stellen der Stadtverbandsvorsitzende der CDU Bopfingen, Thomas Trautwein, und die Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat und stellvertretende Bürgermeisterin Bopfingens, Gisela Knobloch, unisono fest. Auch nach der Ankündigung von Landrat Klaus Pavel, dass beide Kinderklinikstandorte, Aalen und Mutlangen, beibehalten werden, bleiben die Sorgen: „Für die Eltern und Kinder sind kurze Entfernungen zur nächsten Kinderklinik von großer Bedeutung. Gerade für die Menschen im östlichen Teil des Landkreises, so zum Beispiel in Bopfingen, würde ein Wegfall der Kinderklinik in Aalen zu einer nicht hinnehmbaren Verschlechterung der medizinischen Versorgung von Kindern führen“, meint Trautwein.

„Versorgung muss in zumutbarer Entferung erreichbar sein“

Der Erhalt der Kinderklinik in Aalen sei für die Region elementar wichtig. Die CDU in Bopfingen, so Trautwein, werde die weitere Entwicklung im Auge behalten. „Wir wollen später nicht sagen müssen, das aufgrund einer fehlgeleiteten Entscheidung ein Kind gestorben ist“, so Allgemeinmediziner und Notarzt Horst Ködermann.

Bürgermeister Gunter Bühler, der zur Zeit zu Besuch in Bopfingens italienischer Partnergemeinde Russi weilt und Mitglied im Kreistag ist, trägt die Entscheidung uneingeschränkt mit. „Diese Aussage ist auch mit den anderen Mitgliedern des Kreistags abgestimmt“, sagt Bühler und bestätigt somit den Landrat. Allerdings traut Bühler dem Frieden noch nicht ganz. „Das Thema Kinderklinik ist ja nicht nur eine reine Standortfrage. Wir müssen uns weiter fragen, wie wir die Klinik in Aalen auch qualitativ weiterentwickeln wollen, haben wir genügend Personal und der vielen Dinge mehr“, so Bühler.

Die Ankündigung Pavels, die Kinderklinik in Aalen zu belassen, wird in Bopfingen als positives Zeichen gewertet. Landrat Pavel hat gesagt: „Diese Aussage ist auf Dauer und wird Bestandteil der Konzeption der Kliniken Ostalb sein“, so Pavel. Laut neuem Konzept werden beide Standorte jeweils maximal 30 Betten haben: 20 für die allgemeine Versorgung und bis zu zehn für die intensivmedizinische Betreuung. Das wäre aber schon seit Sommer dieses Jahres die zweite einschneidende Reduzierung der Bettenzahl an beiden Standorten. Die Gesamtbettenzahl lag zuvor noch bei 76 Betten. Beide Kinderklinik-Standorte sollen von einem Chefarzt geführt werden.

In der Kinderklinik Aalen werden jedes Jahr 3000 Kinder stationär versorgt. Mit Ellwangen zusammen ist Aalen für rund 1900 Geburten im Jahr zuständig. Auch die Nachfolger von freiwerdenden Kinderarztpraxen kommen fast immer aus den örtlichen Kliniken. Auch sind vor Jahren die regelmäßigen Fortbildungen für die Assistenzärztinnen und -ärzte der Kinderklinik, sowie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Region ersatzlos gestrichen worden. „Die Hauptaufgabe einer Kinderklinik ist die stationäre Versorgung kranker Kinder und Jugendlicher. Sie nimmt die stationäre Grundversorgung vor Ort wahr. Diese Versorgung muss in zumutbarer Entfernung für die Eltern und Kinder erreichbar sein“, meint auch der Bopfinger Kinderarzt Otto Penner.

Kinderklinik in Aalen bleibt bestehen
Sowohl in Mutlangen als auch in Aalen bleibt die Kinderklinik
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