Ensemble des Heidenheimer Naturtheaters bezaubert in Bopfingen

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 Nicht nur der jugendlichen Heldin Clara, sondern auch den Kindern im Publikum jagt der unheim,liche Mäusekönig bei jedem seiner
Nicht nur der jugendlichen Heldin Clara, sondern auch den Kindern im Publikum jagt der unheim,liche Mäusekönig bei jedem seiner Auftritte einen veritablen Schrecken ein. (Foto: Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Mit dem Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ von E.T.A Hoffmann hat das Ensemble des Naturtheaters Heidenheim auch dieses Jahr wieder in der Bopfinger Aula begeistert. Große Kinderaugen haben die spannende Geschichte verfolgt, welche das Mädchen Clara mit dem Nussknacker und dem Mäusekönig erlebt.

Mit einem sparsamen Bühnenbild, dafür mit umso mehr Spielfreude und Leidenschaft verzauberte das Ensemble Kinder und Eltern gleichermaßen und entführte sie in das Puppenreich, in dem sich Clara und der Nussknacker am Ufer des Limonadenstromes ineinander verlieben. Dank der Grundidee, dass die Spielzeuge nachts, wenn die Menschen schlafen, ein verborgenes Leben führen, zieht das Märchen Kinder und Erwachsene gleichermaßen in seinen Bann.

Spielzeugfiguren führen nächtliches Eigenleben

Zur Handlung: Wie immer sind die mechanischen und selbstgebastelten Geschenke von Anselmus Drosselmeier, dem Patenonkel der Heldin Clara, der Höhepunkt der weihnachtlichen Bescherung. So auch dieses Jahr. Während der Patenonkel Clara eine Spieluhr schenkt, bekommt ihr Bruder Fritz einen Nussknacker. Etwas enttäuscht probiert er immer größere Nüsse aus, bis er schließlich kaputt geht. Clara hat Mitleid mit der faszinierenden Holzfigur und kümmert sich liebevoll um ihn. Kaum eingeschlafen, wird sie von lauten Geräuschen geweckt, kämpft doch die Spielzeugarmee ihres Bruders unter dem Kommando des Nussknackers tapfer gegen die Armee des Mäusekönigs und kann nur durch ihr beherztes Eingreifen vor einer Niederlage gerettet werden.

Ab dann sucht sie, auch zum Schrecken der Besucher, der gruselige und unheimliche Mäusekönig jede Nacht heim. Nicht nur wegen der räumlichen Nähe zur Bühne waren die Kinder mittendrin und hätten am liebsten dem Nussknacker bei seinen Kämpfen gegen den Mäusekönig geholfen.

Der schreckhafte Kammerdiener, das gutmütige Kindermädchen, der geheimnisvolle Patenonkel Drosselmeier, der großzügige und großmütige Vater, die besorgte Mutter – dank überragender Akteure fühlt man sich in einen großbürgerlichen Haushalt des späten 19. Jahrhunderts hineinversetzt.

Hervorragend gespielter Mäusekönig

Dazu der etwas überhebliche und altkluge Bruder, ein schneidiger Nussknacker, und der hervorragend gespielte Mäusekönig, der nicht nur den Kindern bei seinen Auftritten einen Schauer über den Rücken jagte. Über alldem thront jedoch die erwachsen werdende Clara. Auf der Schwelle zwischen Kind und Erwachsensein, etwas naiv, dafür mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt und später glücklich verliebt, wird ihre Charakter hervorragend dargestellt und avanciert so zum Liebling der Besucher.

Die hervorragenden schauspielerischen Leistungen aller Akteure und die Balletteinlagen versetzten die Besucher in eine märchenhafte und weihnachtliche Stimmung – ein echtes Wintermärchen eben.

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