Beim emotionalen Höhepunkt „Ich wollte nie erwachsen sein“ hieß es für die Sänger des Sängerkranzes Unterriffingen „zusammenste
Beim emotionalen Höhepunkt „Ich wollte nie erwachsen sein“ hieß es für die Sänger des Sängerkranzes Unterriffingen „zusammenstehen. Das was sie seit 100 Jahren erfolgreich praktizieren. Mit einem kleinen aber feinen Festabend wurde dem Jubiläum in einer sehr persönlichen Weise gedacht. (Foto: Jürgen Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Der Sängerkranz Unterriffingen hat seinen 100. Geburtstag mit einem Festabend gefeiert. Neben dem Männerchor, dem Frauenchor Emotional Voices waren auch die RiffSingers zu hören. Eine Besonderheit war die Liedauswahl, die passend zum Geburtstag eine Zeitreise durch die vergangenen 100 Jahre war.

Mit „Es ist eine Freude und Genuss hier zu sein“, fasste der Vorsitzende des Eugen-Jaekle-Chorverbands, Rainer Grundler, den Festabend anlässlich des 100. Jubiläums des Sängerkranzes Unterriffingen zusammen. Nüchtern betrachtet wäre damit alles gesagt – wären da nicht die vielen emotionalen Höhepunkte dieses sehr persönlich gestalteten Festabends gewesen. „Ich glaube die Gründungsmitglieder und alle, die uns mittlerweile verlassen haben und auf uns herabblicken wären stolz auf diesen Abend“, versuchte Hubert Pfeilmeier beim gemeinsamen Blick mit Dirigentin Alicia Rupprecht auf die ausgestellten Bilder vergangener Jubiläen seine Gefühle zu beschreiben.

In der Tat war das, was die Verantwortlichen, Mitglieder, Freunde, Gönner, hier auf die Beine gestellt haben aller Ehren wert und einer Feier zum 100. Jubiläum würdig. Spontaner stehender Applaus während den Gesangsdarbietungen, hier und da ein feuchtes Auge bei den sehr persönlichen Anmoderationen.

Weltgeschichte gepaart mit der Vereinschronik, musikalisch hinterlegt mit zehn für die jeweiligen Dekaden typischen und prägenden Liedern. Dargeboten von den drei Chören des Sängerkranzes. Sieben Vorstände in 100 Jahren, dazu ein reges Vereinsleben, die angesprochenen drei Chöre, ein Jugendchor in Planung, keine Nachwuchssorgen dafür ein freundschaftliches Miteinander aller Generationen und Altersklassen. Der Sängerkranz setzt mit seiner Arbeit Maßstäbe. Und schaffte es an diesem besonderen Abend die restlos begeisterten Zuschauer abzuholen und mitzunehmen auf seine musikalische Zeitreise durch die letzten 100 Jahre. Egal ob der vom Matthias Wolf betreute Männerchor, der Frauenchor Emotional Voices, der gemischte Chor RiffSingers, beide von Alicia Rupprecht dirigiert, oder alle zusammen. Das menschliche Grundbedürfnis Singen scheint beim Sängerkranz Unterriffingen besonders ausgeprägt zu sein.

Und mit der Musikauswahl traf man auch den Geschmack des Publikums. Emotional Voices gaben Stücke wie „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh´n (1919-1929), „Lollipop“ (1939-1949) oder „Stand by me“ (1969-1979) zum Besten. „Mein kleiner grüner Kaktus“ (1929-1939), „Kriminaltango“ (1949-1959) und „Santiano“ (1999-2009) brachte der Männerchor auf die Bühne. Und die RiffSingers sangen Stücke wie „California Dreaming“ (1959-1969), „Westerland“ (1989-1999) und „Bonny und Clyde“ (2009-2019). Neben dem Nerv des Publikums wurde mit der Liedauswahl auch der Zeitgeist der jeweiligen Dekade getroffen.

Höhepunkt war das von allen gemeinsam gesungene „Ich wollte nie erwachsen sein“ (1979-1989) bei dem der Gesamtchor von sechs Chorkids unterstützt wurde. Ein Gastauftritt mit Ehrendirigenten Paul Hug und dessen selbstgeschriebener Hymne auf den Sängerkranz sowie dessen Geschichten aus dem „Nähkästchen“ passte ebenso ins Bild wie „Lieder“ oder „Good night sweathart“, bei dem die Jubilare nach und nach die Bühne verließen und sich von ihrem Publikum unter stehendem Applaus verabschiedeten. Ein mehr als passendes Ende eines unvergesslichen, kleinen aber sehr feinen Festabends in der Steigfeldhalle.

Matthias Wolf am Klavier, Maurice Wöhrle am Schlagzeug und Dániel Szábo am Kontrabass sorgten für eine dezente musikalische Unterstützung.

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