Die Liebe zu Loks und alten Waggons

Lesedauer: 4 Min
 Andreas Braun war früher im Vorstand des Vereins und ist Gesellschafter der Betriebsgesellschaft. Er steht beim Festakt zu 50 J
Andreas Braun war früher im Vorstand des Vereins und ist Gesellschafter der Betriebsgesellschaft. Er steht beim Festakt zu 50 Jahre Bayerisches Eisenbahnmuseum an einem restaurierten Wagen, mit dem einst Holz transportiert wurde. (Foto: Jan-Luc Treumann)
Jan-Luc Treumann

Der Verein Bayerisches Eisenbahnmuseum wurde vor 50 Jahren gegründet. Dieses Jubiläum wurde am Wochenende mit einem Festakt und einem buntem Rahmenprogramm in Nördlingen gefeiert.

Sie stehen da, sind über 100 Jahre alt, aber das sieht man ihnen nicht an. 20, 30 Jahre lang standen einige der Waggons auf dem Gelände nahe der Nördlinger Hochwegbrücke. „Die Wagen waren teilweise richtig eingewachsen“, sagt Andreas Braun beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Bayerischen Eisenbahnmuseums. Oberbürgermeister Hermann Faul hatte die Waggons sogar einmal als „Schrotthaufen“ bezeichnet.

Zwölf Monate lang hat eine kleine Gruppe des Bayerischen Eisenbahnmuseums daran gearbeitet und sie wieder hergerichtet. „Wir versuchen, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten“, sagt Braun. Einer der Wagen wurde für den Holztransport verwendet und stammt aus dem Jahr 1913. Ein geschlossener Güterwagen war bereits marode. Braun erzählt: „Den haben wir komplett entbrettert, einen neuen Fußboden, neue Seitenwände und ein neues Dach hingemacht. Das Holz war komplett verfault.“

„Eigentlich war sie mal ein er“

Die Lok „Luci“, an die die restaurierten Wagen angehängt sind, stamme aus dem Jahr 1916. „Eigentlich war sie mal ein er“, sagt Braun. „Aber wie das bei Dampflokomotiven üblich ist, werden sie gerne verweiblicht.“ Aus Lucius wurde „Luci“. Oberbürgermeister Faul griff seine Aussage über die „Schrotthaufen“ noch einmal auf und berichtete, dass teilweise die Leute zu ihm ins Rathaus kamen und sagten: „Das sieht traurig aus, wenn man in die Stadt fährt.“ Er schlug vor, dass der Verein kenntlich machen könne, dass die Fahrzeuge restauriert würden und was der Verein in dieser Hinsicht leiste. Denn: „Das, was dabei rauskommt, ist sehenswert.“

Faul und Reinhold Bittner als Stellvertreter des Landrats wurden beim Festakt mit einigen Minuten Verspätung mit einer Dampfspeicherlok in die Veranstaltungshalle gefahren. Der Vorsitzende des Vereins, Ekkehard Böhnlein, sagte dazu mit einem Augenzwinkern: „Wie bei der Bahn üblich, sind sie ein paar Minuten später gekommen.“ Bittner berichtet, dass er mit der Dampflokomotive zur Schule fuhr. „Hier wird bewahrt, was war, aber es werden auch neue Projekte angestoßen.“ Böck sagt, dass sich 1969, im Gründungsjahr des Vereins, abgezeichnet habe, dass es Veränderungen im Schienenverkehr geben würde. Dampflokomotiven seien allmählich vom Schienennetz verschwunden. Gründer des Vereins mit elf anderen Jugendlichen war Gerhard Böck. Er erzählt, wie sie eine alte Dampflok bekamen und sie wieder herrichteten. Im Laufe der Zeit kamen Fahrzeuge zusammen, heute verfüge der Verein über mehr als 200 Fahrzeuge. Von Donnerstag bis Sonntag hat der Verein zum Jubiläum ein Dampflokfest in Nördlingen organisiert. „Wir haben unsere gesamten Fahrzeuge hier ausgestellt. Es wird eine Modellbahnanlage aufgebaut. Die größte Attraktion ist, dass wir an diesen Tagen elf Dampflokomotiven in Betrieb haben werden, das ist gigantisch, so viele Loks, die auf einmal in Betrieb sind,“ sagt Böck.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen