Bopfingen bringt Äcker und Wiesen an die Landwirte

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Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Die Pachtverträge der städtischen landwirtschaftlichen Grundstücke laufen am 31. Oktober aus. Die Stadt will die 136 Hektar umfassenden Flächen auf weitere neun Jahre an die Landwirte verpachten. Der Gemeinderat hat über die Vergabe- und Vertragsregelungen abgestimmt.

Es war die erwartete lange und ausgiebige Diskussion im Gemeinderat. Die Stadt hat erstmals ökologische Komponenten in die Pachtverträge einfließen lassen. So sollen auf städtischen Flächen keine Herbizide, zum Beispiel Glyphosat, mehr ausgebracht werden. Dies soll die Arten- und Pflanzenvielfalt schützen.

Weiter soll nur an Landwirte verpachtet werden, die die Flächen für Lebensmittel- oder Futtermittel bewirtschaften. Dies schließt etwa den Anbau von Mais zur Verwendung in Biogasanlagen aus. In den Tagen und Wochen zuvor ist das Thema bereits ausführlich in den Ortschaftsräten der Teilorte beraten worden.

Die Verwaltung schlägt auch vor, die Pachtpreise um zehn Prozent anzuheben – nach 18 Jahren Preisstabilität. Dies ist nach Meinung der Stadt eine sehr moderate Erhöhung. Aktuell liegen die Preise bei maximal zwei Euro pro Ar für Wiesen und vier Euro pro Ar für Ackerflächen.

Vergabe an eigene Landwirte hat Vorrang

Einem Teil des Gremiums gingen die Vorgaben in Sachen Natur- und Artenschutz zu weit, während andere eine strengere Handhabung begrüßten. Letztlich läge es aber an den Landwirten selbst, ob sie den Neuerungen im Pachtvertrag zustimmen oder nicht. Zumal die Vergaberichtlinien jeder Teilort für sich gefasst hat. Die Pachtgrundstücke werden entweder wieder an die bisherigen Pächter vergeben oder öffentlich ausgeschrieben und dem Meistbietenden überlassen.

In allen Fällen gilt das Ortsprinzip, das heißt, die Vergabe an eigene Landwirte hat Vorrang. In begründeten Ausnahmefällen signalisiert die Stadt in einigen Vertragspunkten auch Gesprächsbereitschaft. „Wir wollen die Landwirte schließlich nicht knebeln oder ihnen die Bewirtschaftung der Flächen unnötig erschweren“, so Bürgermeister Gunter Bühler. Den Vorschlägen der Teilorte und der Verwaltung zur Verpachtung der Grundstücke stimmte der Gemeinderat zu.

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