Jürgen Blankenhorn

Sehr zum Leidwesen von Kerkingens Ortsvorsteherin Bettina Weber hat sich der Biber im Kerkinger Moosgraben angesiedelt. Durch die Dämme, die das Tier gebaut hat, besteht Hochwassergefahr.

Der Kerkinger Moosgraben wurde durch zwei Dämme des Bibers bereits über zweieinhalb Meter hoch aufgestaut – inklusive des in unmittelbarer Nähe gelegene Regenrückhaltebecken der Firma Ladenburger. Das berichtete Ortsvorsteherin Bettina Weber in der jüngsten Ortschaftsratsitzung.

Vonseiten des Ortschaftsrates und der Stadtverwaltung Bopfingen befürchte man, dass bereits ein kleinerer Starkregen zum Überlaufen des mittlerweile gut gefüllten Regenrückhaltebeckens führt. Ob die vom Biber gebauten Dämme dem Wasserdruck aushalten, dürfe angezweifelt werden. Logische Konsequenz wäre eine Flutwelle, von der vor allem der Dorfkern betroffen wäre.

Angesichts der großen Auswirkungen wurde vom Landratsamt die Verantwortung nach kurzen Vorgesprächen an das Regierungspräsidium Stuttgart weitergegeben. Bei einem Vor-Ort-Termin machten sich die Fachleute vom Bibermanagement des Regierungspräsidiums Stuttgart selbst ein Bild von der regen Bautätigkeit des Kerkinger Bibers und der prekären Lage.

Als Lösung soll nun der Damm des Regenüberlaufbeckens der Firma Ladenburger mit einer Art Baustahlmatte verstärkt und mit einer zusätzlichen Natursteinmauer gesichert werden. Zudem soll der Biber umgesiedelt und die gebauten Dämme entfernt werden. Inwiefern sich der Biber durch diese Maßnahme von seinem angestammten Revier, dass ihm neben viel Wasser auch reichlich Holz bietet, vertreiben lässt, bleibt abzuwarten.

Die Gefahrensituation wird durch den bachabwärts liegenden Löschteich, dessen Abfluss der Biber ebenfalls bereits größtenteils zugebaut hat, noch verstärkt. Dieser soll im Herbst ausgebaggert und mit befestigten Zufahrtswegen für seine Löschteichfunktion optimiert werden.

 Ein Biber hat im Kerkinger Moosbach mehrere Dämme gebaut. Dadurch droht Hochwassergefahr im Ort.
Ein Biber hat im Kerkinger Moosbach mehrere Dämme gebaut. Dadurch droht Hochwassergefahr im Ort. (Foto: Jürgen Blankenhorn)
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