B29-Umgehung als Gesamtmaßnahme
B29-Umgehung als Gesamtmaßnahme (Foto: Weiss Andreas)
Jürgen Blankenhorn

Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats ist am Mittwochabend in Aufhausen viel diskutiert. Unter anderem ging es auch um den Bau der Umgehung B29 neu. Ortsvorsteher und Ortschaftsräte haben die Sorge, bei dieser Maßnahme nicht berücksichtigt zu werden. Sie machen sowohl der Stadt Bopfingen als auch dem Kreis und dem Land einen Vorwurf.

Für die Umsetzung der Umgehung B29 neu fordern Aufhausens Ortsvorsteher Helmut Stuber und die Ortschaftsräte dieselbe Entschlossenheit, die bei der Umgehungsstraße in Mögglingen an den Tag gelegt wurde. Adressaten der Forderung sind Bopfingens Gemeinderat mit Bürgermeister Gunter Bühler, der Kreistag und nicht zuletzt Landrat Klaus Pavel.

Diese und das Land Baden-Württemberg würden, trotz der klaren Vorgabe des Bundes, eine zweigeteilte Maßnahme präferieren. Diese sieht im ersten Schritt eine schnell umsetzbare Umgehung von Pflaumloch und Trochtelfingen und im zweiten Schritt den Bereich Röttinger Höhe mit der Umgehung von Bopfingen und Aufhausen vor. Hier sollen, wenn es nach dem Land Baden-Württemberg ginge, die Planungen erst 2025 beginnen.

Obwohl die Maßnahme mit der teureren Südvariante seit zwei Jahren durchfinanziert ist, tut sich nichts.

Helmut Stuber, Ortsvorsteher

Ortsvorsteher Stuber hält das für ein „Unding“. Schließlich habe der Bund die Gesamtmaßnahme, also B29 und B25, in die höchste Priorisierungsstufe des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Die Finanzierung des Vorhabens sei bereits gesichert.

Wieso sich das Land weigert ein neutrales und ganzheitliches Linienfindungsverfahren einzuleiten, wie der Bund und die beiden Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU) und Ulrich Lange (CSU) es fordern, ist für Ortsvorsteher Stuber nicht nachvollziehbar, er vermutet dahinter jedoch politische Gründe.

„Obwohl die Maßnahme mit der teureren Südvariante seit zwei Jahren durchfinanziert ist, tut sich nichts“, so Stuber, der bereits im September 2017 mit ähnlichen Forderungen für Wirbel sorgte. „Wir verstehen die Haltung der Trochtelfinger und Pflaumlocher. Aber wir müssen auch an uns denken. Daher können und dürfen wir nicht tatenlos zusehen und ruhig bleiben, sondern müssen den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen.

Rat unterstützt Forderungen des Bundes

Klar benötigt die Gesamtmaßnahme mit dem nötigen Linienfindungsverfahen mehr Zeit, aber wenn Pflaumloch und Trochtelfingen erst einmal ihre Umgehungen haben, dann sehe ich für uns schwarz“, sagt Stuber bei der Ortschaftsratssitzung.

Dabei ist er sich durchaus bewusst, sich wieder gegen Landrat Klaus Pavel und Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler zu stellen und stellt die Frage „Warum war Herr Pavel im Gemeinderat in Mögglingen vor Ort?“ in den Raum. Bei aller Dringlichkeit und Eigeninteresse ist den Aufhausenern eine gemeinsame Linie aller Betroffenen wichtig. „Sonst lachen die ja über uns“, sagt Ortschaftsrat Horst Heindel.

Daher wurde einstimmig beschlossen, die Forderungen des Bundes und der Bundestagsabgeordneten Kiesewetter und Lange, mit dem gesamtheitlichen Linienfindungsverfahren zu beginnen, zu unterstützen. Sollte es zu Einzelmaßnahmen kommen, befürchtet man in Aufhausen letztendlich mit leeren Händen dazustehen.

Zudem hofft man, dass auch die Bopfinger Bürger die Zeichen der Zeit erkennen. So sei die Umgehungsstraße eine einmalige Chance, die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung des Raumes zu stärken. Dafür sollten alle Betroffenen bereit sein zu kämpfen, so Stuber.

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