Acht Angusrinder erkunden ihre neue Weide bei Bopfingen

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 Acht robuste Angusrinder erobern mittlerweile ihr neues Revier in der Sechta-Aue.
Acht robuste Angusrinder erobern mittlerweile ihr neues Revier in der Sechta-Aue. (Foto: Stadt Bopfingen)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die renaturierte Talaue der Schneidheimer Sechta zwischen dem Hochwasserrückhaltebecken Bopfingen-Oberdorf und Itzlingen hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Als besonders effektiv für den Naturhaushalt sowie als Anziehungspunkt hat sich ein Beweidungsprojekt mit einer Auerochsenherde erwiesen. Daher bemühten sich der Wasser- und Bodenverband Sechta-Eger und die Stadt Bopfingen seit Jahren um ein weiteres Beweidungsprojekt.

Eine Gelegenheit zur Umsetzung bot sich im Rahmen des von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten Naturschutzprojekts Lebensraumentwicklung Rotach und Eger. Nun erobern acht robuste Angusrinder ihr neues Revier in der Sechta-Aue. In den nächsten Wochen wird der Zaunbau abgeschlossen. Ein Unterstand als Schattenspender wird folgen.

Das Beweidungsprojekt wird zunächst auf einer Fläche von rund zwölf Hektar mit acht roten Deutsch-Angusrindern begonnen. Deutsch-Angusrinder, die aus einer Kreuzung von schottischen Angusrindern mit deutschen Rinderrassen entstanden sind, eignen sich besonders gut für Beweidungsprojekte in Feuchtgebieten. Die Tiere sind – außer in den kalten Wintermonaten – stets im Freien auf extensiv bewirtschafteten Weideflächen. Durch ihr Fraß- und Trittverhalten entsteht auf den Flächen ein abwechslungsreiches Mosaik aus abgefressenen Bereichen, höheren Stauden und offenen Bodenstellen. Alleine durch ihre Hinterlassenschaften auf der Weide sorgen die Rinder für eine Vielfalt an Insekten und damit für ein reiches Nahrungsangebot für insektenfressende Vögel.

Besonders im Fokus des Projekts steht die Förderung des vom Aussterben bedrohten Kiebitz, der in der Umgebung noch mit wenigen Paaren brütet. Um ihm auf der Weidefläche optimale Habitate zu bieten, wurden Flachmulden angelegt, die sich im Frühjahr und bei starken Niederschlägen mit Wasser füllen. Vor allem ihre flachen Uferbereiche dienen den Kiebitzen als Nahrungshabitat.

Zusätzlich gewinnen die Flächen durch den Verzicht auf Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln an ökologischer Wertigkeit. Somit unterstützt die Maßnahme auch die Bemühungen des Landes, dem Insektensterben entgegen zu wirken. Nebenbei profitiert auch die renaturierte Sechta, in die weniger Fremdstoffe eingetragen werden.

Das Wichtigste bei einem Beweidungsprojekt ist, dass ein engagierter Landwirt gefunden wird. Der Verband ist froh, dass er mit Wolfgang Schneider einen zuverlässigen, sachkundigen Landwirt für das Projekt gewinnen konnte. Schneider hat bereits in anderen Beweidungsprojekten bewiesen, dass er gewissenhaft die Betreuung der Herde und die Bewirtschaftung der Fläche vornehmen wird. Der Landschaftserhaltungsverband Ostalb wird das Vorhaben fachlich und finanziell unterstützen.

Das vom Regierungspräsidium Stuttgart ins Leben gerufene Projekt Lebensraumentwicklung Rotach und Eger unterstützt die in der Naturschutzstrategie des Landes formulierten Ziele zur Verbesserung der ökologischen Funktion von Gewässern und Gewässerrandstreifen, zum Biotopverbund aquatischer und semiaquatischer Lebensräume und zum Artenschutz. Die im Rahmen des Projekts umgesetzten Maßnahmen werten Fließgewässer und ihre begleitenden Lebensräume wie Röhrichte, Bachauen und Hochstaudenfluren an den beiden zum Flusssystem der Donau gehörenden Fließgewässern Rotach und Eger sowie ihren Zuflüssen auf.

Projektträger ist das Regierungspräsidium Stuttgart in enger Abstimmung mit dem Wasserverband als Grundstückseigentümer. Mit der Planung und dem Projektmanagement vor Ort sind die Biologen Karin und Martin Weiß aus Kirchheim beauftragt, die auch aufgrund der genauen Sachkenntnisse vor Ort beste Arbeit geleistet haben.

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